Die fünf Hosting-Typen und für wen sie gemacht sind

Shared Hosting: Der sinnvolle Einstieg

Beim Shared Hosting teilen sich viele Websites die gleiche Hardware. Klingt nach Abstrichen, ist in der Schweizer Realität aber völlig brauchbar. In unserer Auswertung liegen die Einstiegspreise zwischen 3.72 CHF (Green.ch Webhosting M) und 6.45 CHF pro Monat, ab 10 CHF sind richtig ausgestattete Pakete dabei. Für Firmen-Websites, Blogs und Portfolios mit wenigen tausend Besuchern pro Monat reicht das völlig aus.

Worauf du achtest: SSL inklusive, mindestens eine Datenbank, PHP-Version aktuell, tägliche Backups. Alles andere ist Bonus. Der Nachteil bleibt bestehen: Du teilst dir die Ressourcen. Wird der Nachbar gehackt oder zieht er überraschend viel Traffic, spürst du das. Ärgerlich, aber selten existenzbedrohend.

Managed WordPress Hosting: Komfort mit Preisaufschlag

Wer explizit eine WordPress-Seite betreibt und sich nicht mit PHP-Versionen, Caching und Updates herumschlagen will, ist bei Managed-WP-Angeboten besser aufgehoben. Sie kosten typischerweise 30 bis 60 Prozent mehr als reguläres Shared Hosting, liefern dafür automatische Updates, Staging-Umgebungen und spezialisierten Support.

Hand aufs Herz: Ob sich der Aufschlag lohnt, hängt an einer einzigen Frage. Hast du jemanden im Haus, der WordPress-Updates routiniert einspielt? Wenn nein, rechnet sich Managed-WP meistens schon beim ersten verschlampten Security-Patch.

VPS: Das goldene Mittelding

Wenn die Seite wächst und Shared Hosting erkennbar nicht mehr mitkommt, kommt der VPS ins Spiel. Du bekommst dedizierte Ressourcen, Root-Zugriff, volle Kontrolle. Preise in der Schweiz starten laut unserer VPS-Erhebung bei 2.70 CHF (Infomaniak VPS Lite, aber nur 1 vCPU und 2 GB RAM) und reichen bis 414 CHF für Enterprise-Boliden. Für die meisten KMU passen Modelle zwischen 15 und 60 CHF pro Monat.

Wichtig ist der Unterschied zwischen Managed und Unmanaged VPS. Managed bedeutet: Der Anbieter übernimmt OS-Updates und Monitoring. Unmanaged bedeutet: Du bekommst ein nacktes Linux und darfst selbst ran. Der Preisunterschied liegt bei 30 bis 50 Prozent. Für KMU ohne IT-Team ist Managed meistens die ehrlichere Wahl.

Dedicated Server: Für den Moment wenn Shared nicht reicht und VPS zu eng ist

Ein eigener physischer Server kostet typischerweise zwischen 100 und 500 CHF pro Monat. Lohnt sich für hohe Lastspitzen, spezielle Compliance-Anforderungen oder wenn du viele Kunden auf einer Plattform hostest. Für die meisten Websites ist das zu viel, aber es gibt Fälle wo nichts anderes passt. Beispiele aus der Praxis: medizinische Abrechnungssoftware, Backend-Systeme für Kassensysteme, Plattformen mit gesetzlich vorgeschriebener Datentrennung.

Cloud Hosting: Wenn die Last unberechenbar schwankt

Cloud-Angebote wie Infomaniak Public Cloud oder Exoscale mit Region in Genf rechnen nach Stunde oder Ressourcenverbrauch ab. Das klingt flexibel und ist es auch. Nur: Für eine normale Firmen-Website mit konstantem Traffic wirst du mit einem klassischen Shared- oder VPS-Tarif meistens günstiger fahren. Cloud lohnt sich vor allem dann, wenn du stark schwankende Lasten bedienen musst (Event-Sites, saisonale Peaks) oder Entwickler-Workflows mit automatischer Provisionierung brauchst.

Die sechs Kriterien die wirklich zählen

Performance, nicht nur CPU

Ladezeit entscheidet über Rankings und Kaufabbrüche. Die gute Nachricht: Bei Schweizer Shared-Hosting-Paketen ab 10 CHF pro Monat siehst du meist Ladezeiten unter einer Sekunde, sofern die Website selbst nicht völlig verbaut ist. Die schlechte Nachricht: Unter 5 CHF wird es in der Praxis wackelig. PHP-Versionen ab 8.2, SSD-Storage und HTTP/2 sollten Standard sein. Wer noch HTTP/1.1 oder PHP 7.4 anbietet, zeigt, dass er sein Angebot nicht pflegt.

Uptime, aber richtig gelesen

99.9 Prozent Uptime bedeuten rechnerisch rund 8.8 Stunden Ausfall pro Jahr. 99.99 Prozent sind nur noch 52 Minuten. Marketing-Zahlen sind das eine, Vertragszusicherungen mit SLA das andere. Lies das Kleingedruckte: Ist Wartung ausgenommen? Wie wird kompensiert? In unserer Live-Uptime-Messung schwanken selbst die grossen CH-Anbieter zwischen 99.90 und 99.99 Prozent, je nach Messzeitraum.

Serverstandort: Nicht nur Datenschutz

Ein Schweizer Standort bringt zwei konkrete Vorteile. Erstens: niedrigere Latenz für Besucher aus dem DACH-Raum. Zweitens: klare rechtliche Zuständigkeit nach dem revidierten Datenschutzgesetz (revDSG), das seit September 2023 gilt. Wer Personendaten von Schweizer Kundinnen verarbeitet, fährt mit einem CH-Anbieter einfacher. Für Anwälte, Ärzte, Treuhänder ist der CH-Standort praktisch Pflicht.

Support: Der unterschätzte Faktor

Der Moment, in dem du Support brauchst, ist der Moment wo dein Shop bereits Geld verliert. Reaktionszeiten unter 30 Minuten bei Notfällen sind das, was du willst. Deutschsprachiger Support ist in der Schweiz Standard, aber prüfe die Zeiten. Nicht jeder Anbieter fährt 24/7, manche nur Bürozeiten plus Notfall-Hotline.

Skalierbarkeit ohne Downtime

Kannst du dein Paket bei Wachstum hochstufen, ohne dass die Seite einen halben Tag offline geht? Bei den meisten Schweizer Shared-Hostern ist das kein Problem. Bei VPS-Tarifen geht es oft nur mit kurzer Downtime und Nacht-Slot. Frag explizit danach, bevor du buchst.

Vertrag, Kündigung, versteckte Kosten

Monatlich kündbar kostet meistens ein paar Franken Aufschlag, spart aber Nerven wenn die Performance nicht liefert. Zwei- oder Dreijahresverträge sehen günstig aus, fesseln dich aber an einen Anbieter, den du später eventuell loswerden willst. Setup-Gebühren, Domain-Preise nach dem ersten Jahr, Traffic-Überziehung: Das sind die drei Stellen, wo gerne Kosten versteckt werden.

Hosting und SEO: Die messbare Verbindung

Google rankt schnelle Seiten besser. Das ist kein Geheimnis, aber viele unterschätzen wie stark der Effekt ist. Die Core Web Vitals (LCP, INP, CLS) fliessen direkt ins Ranking ein. Wer auf einem überlasteten Shared-Host sitzt, kommt an akzeptablen Werten kaum noch vorbei.

Serverstandort Schweiz hilft übrigens nicht direkt beim Ranking für Schweizer Keywords. Google nutzt zur geografischen Zuordnung primär die ccTLD (.ch), die Sprache und die Google-Search-Console-Einstellung. Was der Schweizer Standort aber bringt: niedrigere Time-to-First-Byte für Schweizer Besucher, was die LCP-Werte verbessert.

SSL ist seit Jahren ein Ranking-Signal und heute Standard. Wenn ein Anbieter dafür Aufpreis verlangt, nächster.

Welches Paket zu welchem Projekt passt

Kleine Firmen-Website oder Blog bis 5'000 Besucher pro Monat

Hier reicht ein Shared-Hosting-Paket zwischen 5 und 15 CHF pro Monat komplett aus. Green.ch Webhosting M (3.72 CHF), Novatrend Basic (10.00 CHF), Infomaniak Webhosting (10.91 CHF) oder Hostpoint Standard (15.90 CHF) sind solide Einstiegs-Optionen mit CH-Standort und SSL inklusive. Wichtig: Achte auf WordPress-Optimierung, falls du WordPress einsetzen willst.

Wachsende Website oder kleiner Shop bis 50'000 Besucher pro Monat

Jetzt wird es spezifischer. Für WooCommerce oder andere Shop-Systeme lohnt sich ein Managed WordPress Hosting oder ein grösseres Shared-Paket mit mehr RAM und garantierter CPU-Zeit. Der Preisbereich liegt zwischen 15 und 30 CHF pro Monat. Beispiele mit guter Ausstattung: Cyon Double (19.90 CHF), Hostpoint Smart (17.90 CHF), Novatrend Pro (18.00 CHF).

Starker Shop oder Business-Site ab 50'000 Besucher pro Monat

Hier wird es ernst. Ein dediziertes Shared-Hosting-Business-Paket oder ein Managed VPS sind die üblichen Kandidaten. Business-Shared startet bei etwa 25 bis 60 CHF (Webland Business-Reihe bis 60.90 CHF, Hostfactory Business 29.90 CHF, Cyon Triple 29.90 CHF). Managed VPS wird ab etwa 40 CHF pro Monat interessant.

Agenturen und Multisite-Hosting

Agenturen brauchen typischerweise mehr Domains, getrennte Umgebungen pro Kundschaft und Staging-Systeme. VPS oder kleine Dedicated-Setups sind hier Standard. Rechne mit 50 bis 200 CHF pro Monat für den Server, plus Lizenzkosten für Tools wie Plesk oder cPanel.

Die häufigsten Fehler bei der Hosting-Wahl

Nur auf den Preis schauen. Klar, 4.90 CHF klingt verlockend. Aber die 4.90 decken meist nur das absolute Minimum ab, und beim ersten Upgrade zahlst du dann 12 CHF. Unterm Strich wird das Sparangebot damit oft teurer als das solide Mittelklasse-Paket von Anfang an.

Auf Lockangebote reinfallen. "Erstes Jahr 1 CHF, danach Normalpreis". Rechne immer mit dem Zweitjahrespreis. Das ist der echte Preis.

Backups dem Anbieter überlassen. Viele Anbieter machen Backups, behalten sie aber nur 7 oder 14 Tage. Wenn dein Shop kompromittiert wird und du das erst nach drei Wochen merkst, ist das Backup weg. Eigene externe Backups sind kein Luxus, sie sind Pflicht.

Zu klein oder zu gross starten. Zu klein: Du migrierst in sechs Monaten sowieso. Zu gross: Du zahlst doppelt für Leistung, die du nicht brauchst. Die Mitte ist die richtige Antwort, und die Mitte liegt in der Schweiz bei 10 bis 20 CHF pro Monat für Shared Hosting oder 15 bis 40 CHF für Managed VPS.

Support nicht testen. Vor der Buchung eine Anfrage schicken und messen, wie lange die Antwort dauert. Wer 48 Stunden für eine simple Pre-Sales-Frage braucht, reagiert im Notfall kaum schneller.

So sind diese Daten entstanden

Dieser Leitfaden basiert auf einer strukturierten Auswertung unserer internen Produktdatenbank. Stand der Erhebung: 11. April 2026.

  • Datenbasis: 37 Webhosting-Tarife von elf Schweizer Anbietern (Cyon, Green.ch, Hostfactory, Hostpoint, Hoststar, Infomaniak, Metanet, Novatrend, Servertown, Webkeeper, Webland), alle mit Rechenzentrum in der Schweiz. Ergänzend: 23 VPS-Tarife von fünf CH-Anbietern.
  • Erhebungsmethode: Scraperbasiertes Monitoring der offiziellen Preislisten der Anbieter. Die Daten werden wöchentlich aktualisiert.
  • Limitationen: Nicht-CH-Anbieter (Hetzner, OVH, IONOS etc.) sind in diesem Leitfaden nicht ausgewertet, obwohl sie preislich oft günstiger sind. Wer bewusst auf Schweizer Standort verzichtet, hat dort zusätzliche Optionen. Cloud-Setups nach Stundenabrechnung (Infomaniak Public Cloud, Exoscale) folgen einem anderen Preismodell und sind ebenfalls nicht direkt verglichen.
  • Aktualität: Einzelne Preise können sich zwischen den wöchentlichen Erhebungen minimal verschieben. Die Grössenordnung und die Reihenfolge der Anbieter bleibt konstant.

Die vollständige Produktliste mit Filter nach Preis, Speicher und Features findest du im Webhosting-Vergleich Schweiz und im VPS-Server-Vergleich.