Du willst eine eigene Domain registrieren. Vielleicht eine .ch-Domain für dein Geschäft, eine .com-Domain für ein internationales Projekt oder einen exotischeren TLD wie .io oder .swiss. Der Prozess ist technisch einfach, die Wahl des richtigen Registrars kann aber den Unterschied machen, wenn du später mit einem Hoster, einem Mail-Anbieter oder der Domain-Verwaltung arbeiten willst. Dieser Artikel zeigt dir, wie die Domain-Registrierung in der Schweiz läuft, welche Anbieter sich eignen und worauf du beim Abschluss achten solltest.
Was ist eine Domain und wozu brauchst du sie
Eine Domain ist die Adresse, unter der deine Website im Internet erreichbar ist. Statt eine IP-Adresse wie 192.168.1.1 einzugeben, tippen Besucherinnen deinen Domain-Namen ein. Die Domain selbst macht noch keine Website, sie ist nur der Name. Dazu kommt in der Regel ein Hosting-Paket, das die eigentlichen Dateien, Datenbanken und Mails bereitstellt.
Bei der Domain-Registrierung reservierst du dir weltweit exklusiv einen bestimmten Namen unter einer bestimmten Top-Level-Domain (TLD), etwa deinfirma.ch oder deinblog.com. Solange du den Jahresbeitrag bezahlst, gehört die Domain dir.
Welche TLD ist die richtige
Die Wahl der TLD beeinflusst, wie deine Domain wahrgenommen wird und wer dich findet.
.ch für Schweizer Projekte
Die Schweizer Länder-Domain .ch ist für Projekte, die sich primär an Schweizer Nutzerinnen richten, die naheliegende Wahl. Sie signalisiert Schweizer Bezug und wird von Google für Schweizer Suchanfragen leicht bevorzugt. Für lokale Unternehmen, Vereine und Privatprojekte in der Schweiz praktisch Pflicht.
.com für internationale Projekte
Die klassische Top-Level-Domain .com ist international bekannt und wird oft für Projekte genutzt, die über die Schweiz hinausgehen. Für Tech-Start-ups, internationale Marken oder digital-nomadische Projekte passt .com gut. Beachte: bekannte .com-Domains sind oft schon vergeben, und das Finden eines guten Namens kann länger dauern.
.swiss für Schweizer Firmen
Die TLD .swiss ist etwas jünger und speziell für Schweizer Unternehmen, Organisationen und Einzelpersonen mit Bezug zur Schweiz. Der Registrierungs-Prozess ist aufwendiger, und du musst einen Schweizer Bezug nachweisen. Preise liegen deutlich über .ch. Für manche Marken passt die Signalwirkung, für die meisten Projekte ist .ch die pragmatischere Wahl.
.org, .net und weitere
Für Non-Profit-Organisationen passt .org, für Netzwerk-Projekte historisch .net. Daneben gibt es viele neuere TLDs wie .app, .dev, .io, .cloud, .agency, die je nach Branche spezifische Signale senden. Diese TLDs sind oft teurer und werden von manchen Nutzerinnen immer noch als "weniger seriös" wahrgenommen.
Schweizer Domain-Registrare im Überblick
In der Schweiz kannst du bei fast allen Webhostern auch Domains registrieren. Die Anbieter bündeln meistens Hosting und Domain-Verwaltung, was praktisch ist, wenn du beides beim selben Anbieter haben willst.
Hostpoint
Grösster Schweizer Hosting-Anbieter mit Domain-Registrar-Dienst. Bietet .ch-Domains für etwa CHF 13 pro Jahr, .com-Domains ähnlich. Die Verwaltung läuft über my.hostpoint.ch zentral mit Hosting-Paketen.
Cyon
Schweizer Hoster aus Basel. Domain-Registrierung im Preis-Paket meistens inklusive bei Webhosting-Abschluss. Übersichtliche Verwaltung und guter Support bei Fragen zu DNS.
Infomaniak
Infomaniak bietet Domain-Registrierung als Teil des Hosting-Portfolios. .ch und .com zu marktüblichen Preisen. Praktisch, wenn du auch Infomaniak-Cloud-Dienste wie kDrive oder kSuite nutzen willst.
Hosttech
Hosttech bietet Domain-Registrierung parallel zu Hosting. Preise ähnlich den anderen CH-Anbietern, gute Admin-Oberfläche zur Domain-Verwaltung.
Metanet
Metanet ist ein etwas kleinerer Schweizer Anbieter mit gutem Ruf für Qualität. Domain-Registrierung als Teil des Angebots.
Internationale Alternativen
Neben den Schweizer Anbietern gibt es internationale Registrare wie Namecheap, Gandi oder Porkbun, die oft günstigere Preise für .com-Domains bieten. Für eine reine .com-Registrierung ohne Bezug zu einem Hoster kann das eine Option sein, für den Schweizer Markt bleiben die lokalen Anbieter meistens die praktischere Wahl.
Schritt für Schritt zur eigenen Domain
Der Registrierungs-Prozess ist bei allen Schweizer Anbietern ähnlich aufgebaut.
Schritt 1: Verfügbarkeit prüfen
Auf der Website des gewählten Registrars gibt es eine Suchmaske. Du tippst deinen Wunschnamen und die gewünschte TLD ein und prüfst, ob die Domain noch frei ist. Wenn ja, kannst du sie reservieren. Wenn nein, zeigt der Registrar oft Alternativen vor.
Schritt 2: Registrar-Account anlegen
Wenn du noch kein Kunde bist, musst du einen Account beim Registrar anlegen. Dafür brauchst du eine E-Mail-Adresse, Kontaktdaten (inklusive Adresse) und eine Zahlungsmöglichkeit. Wichtig: Schweizer Registrare verlangen für .ch-Domains meistens eine Schweizer oder zumindest europäische Kontaktadresse.
Schritt 3: Domain-Daten eingeben
Bei der Registrierung wirst du nach Informationen gefragt, die in der offiziellen Domain-Registry hinterlegt werden (Whois-Eintrag). Bei .ch-Domains ist die Anzeige dieser Daten aus Datenschutzgründen stark eingeschränkt, bei internationalen TLDs manchmal öffentlich. Viele Registrare bieten einen Privacy-Schutz, der deine Kontaktdaten gegen Spam abschirmt.
Schritt 4: Bezahlen und bestätigen
Nach Eingabe aller Daten bezahlst du den Jahresbeitrag. Bei den meisten Schweizer Anbietern ist die Zahlung per Rechnung, Kreditkarte oder TWINT möglich. Nach der Bezahlung ist die Domain meistens innerhalb weniger Minuten aktiv.
Schritt 5: Domain ist bereit
Ab jetzt gehört dir die Domain für die gebuchte Laufzeit (meistens 1 Jahr, Verlängerung automatisch oder manuell). Im Kundenbereich kannst du DNS-Einstellungen vornehmen und die Domain einem Hosting-Paket zuweisen.
DNS-Einstellungen nach der Registrierung
Eine registrierte Domain macht noch keine Website. Du musst der Domain zeigen, wo deine Website "wohnt", also welche IP-Adresse der Hosting-Server hat.
Grundlegende DNS-Records
- A-Record: zeigt auf die IPv4-Adresse des Hosting-Servers.
- AAAA-Record: dasselbe für IPv6.
- CNAME-Record: leitet eine Subdomain auf eine andere Domain um, etwa www.deinedomain.ch auf deinedomain.ch.
- MX-Record: zeigt, wo deine E-Mails zugestellt werden.
- TXT-Record: für Text-Einträge wie SPF, DKIM, DMARC (E-Mail-Authentifizierung) oder Domain-Verifikation für Google Search Console.
Wenn Registrar und Hoster derselbe sind
Wenn du Domain und Hosting beim selben Anbieter bestellst, sind die DNS-Einstellungen meistens automatisch vorkonfiguriert. Du musst nichts manuell einstellen. Das ist der einfachste Weg für Einsteigerinnen.
Wenn Registrar und Hoster verschieden sind
Wenn du die Domain bei einem Registrar und das Hosting bei einem anderen Anbieter hast, musst du die DNS-Einträge manuell eintragen. Der Hoster stellt dir die nötigen A-Record- und MX-Record-Werte zur Verfügung, und du trägst sie im Kundenbereich des Registrars ein. Nach der Änderung dauert es bis zu 24 Stunden, bis die Einstellungen überall propagiert sind.
Domain-Transfer, wenn du später wechseln willst
Wenn du irgendwann den Registrar wechseln willst, etwa weil du zu einem anderen Hoster wechselst und alles unter einem Dach haben willst, ist ein Domain-Transfer möglich.
Ablauf eines Transfers
- Beim alten Registrar den sogenannten Auth-Code (EPP-Code) anfordern. Der wird dir meistens per Mail zugeschickt.
- Beim neuen Registrar die Domain-Übernahme starten und den Auth-Code eintragen.
- Transfer-Bestätigung per Mail zustimmen.
- Der Transfer dauert je nach TLD zwischen wenigen Stunden und mehreren Tagen.
Was du beachten solltest
- Die Domain muss beim alten Registrar entsperrt sein ("unlock" oder "transfer lock aus").
- Manche Registrare verlängern die Laufzeit beim Transfer um ein Jahr. Das ist der Standard, keine Abzocke.
- Der Transfer funktioniert erst nach einer Mindest-Registrierungszeit von etwa 60 Tagen.
- DNS-Einstellungen müssen nach dem Transfer neu gesetzt werden, falls sie sich ändern sollen.
Mein Fazit, worauf es bei der Domain-Registrierung ankommt
Die Domain-Registrierung in der Schweiz ist einfach und bei den meisten Hostern direkt möglich. Für Schweizer Projekte empfehle ich eine .ch-Domain bei einem Schweizer Registrar, der gleichzeitig auch dein Hosting abdeckt. Das hält alles unter einem Dach und vereinfacht die Verwaltung.
Meine konkreten Empfehlungen:
- Für klassische KMU und Einsteigerinnen: Hostpoint oder Cyon. Beide bieten Domain-Registrierung als Teil des Hosting-Pakets und übersichtliche Verwaltung.
- Für technisch anspruchsvollere Nutzerinnen: Infomaniak, wegen des modernen Dashboards und der vielen Zusatzdienste.
- Für preisbewusste Projekte: Hosttech als günstigere Einstiegs-Variante.
- Für internationale Projekte mit .com-Fokus: Neben den Schweizer Anbietern auch Namecheap oder Gandi als Alternativen.
Der wichtigste Punkt: registriere deine Domain, sobald du dich für einen Namen entschieden hast, auch wenn die Website noch nicht fertig ist. Gute Domains werden schnell weggeschnappt, und die paar Franken pro Jahr sind gut investiert, um den Namen zu sichern. Die Website kann dann in Ruhe entstehen.