Hosting Anbieter Wechseln

Zuletzt aktualisiert: Juni 2026
Hosting Anbieter Wechseln
TL;DR · Kurz erklärt
Einen Hosting-Anbieter wechseln klingt aufwändig, ist es aber meist nicht: Mit einem aktuellen Backup, sauber geplantem DNS-Timing und einem neuen Anbieter mit Migrationshilfe bist du oft in 2-4 Stunden durch. Der grösste Fehler ist nicht der Wechsel selbst, sondern zu lange zu warten.

Dein Hosting läuft seit Jahren und du hast dich halt damit abgefunden, dass die Seite manchmal träge ist, der Support nur per Ticket erreichbar ist und der Preis jedes Jahr ein bisschen teurer wird? Das muss ja nicht so sein. Auf dem Schweizer Hosting-Markt gibt es heute Angebote, die schneller laden, mit besserer Kundenbetreuung punkten und oft zum gleichen oder tieferen Preis kommen als vieles, was vor fünf Jahren Standard war.

Diese Anleitung zeigt dir mal konkret, wie ein Anbieterwechsel abläuft, was du vorbereiten musst und worauf du beim neuen Hoster achten solltest.

Wann lohnt sich ein Anbieterwechsel wirklich?

Nicht jedes Hosting-Problem rechtfertigt sofort einen Wechsel. Aber diese Signale solltest du schon ernst nehmen:

Ladezeiten über 2 Sekunden konsistent, auch nach WordPress-Optimierung
Kein SSL inklusive oder du zahlst extra dafür
Support nur per Ticket, keine Telefon- oder Chat-Option
Kein Backup oder Backups kosten extra
Keine Schweizer Rechenzentren bei datenschutzsensiblen Projekten

Dazu kommen halt noch kleinere Warnsignale: gelegentliche Downtimes ohne Erklärung, ein Preis der bei Vertragsverlängerung deutlich steigt, oder PHP-Versionen die Jahre hinter dem aktuellen Stand hängen. Einzeln schon lästig, zusammen ein klares Zeichen.

Hinweis zur Kündigungsfrist: Die meisten Schweizer Hoster haben Laufzeiten von 1 oder 2 Jahren mit einer Kündigungsfrist von 30 bis 60 Tagen vor Ablauf. Prüfe dein Vertragsdokument oder das Kundenportal, bevor du in Eile kündigst.

Schritt für Schritt: So läuft der Wechsel ab

Ein Hosting-Wechsel folgt eben immer demselben Muster. Wer die Reihenfolge kennt, vermeidet Ausfälle, wer sie ignoriert, hat doch oft die Probleme.

1
Vollständiges Backup erstellen

Alle Dateien per FTP oder SSH herunterladen, alle Datenbanken als SQL-Dump exportieren. Erst wenn du das Backup auf deinem Rechner hast, geht es weiter. Kein Wechsel ohne lokale Sicherung.

2
Neues Hosting-Paket buchen und einrichten

Beim neuen Anbieter ein Hosting-Paket buchen, Domain noch nicht transferieren. Stattdessen die Website zuerst beim neuen Hoster aufsetzen, Datenbank importieren, WordPress-Konfiguration anpassen (wp-config.php, Datenbankname und Zugangsdaten). Dann die Seite über die temporäre URL des neuen Anbieters testen.

3
TTL der DNS-Einträge reduzieren

Mindestens 24-48 Stunden vor dem geplanten Umzug den TTL-Wert des A-Records auf 300 Sekunden (5 Minuten) senken. So verbreiten sich die neuen DNS-Einträge nach dem Wechsel deutlich schneller weltweit.

4
DNS umstellen

Den A-Record der Domain auf die neue IP-Adresse zeigen lassen. Falls du E-Mail-Hosting wechselst, auch die MX-Einträge aktualisieren. Beide Seiten (alt und neu) sollten in dieser Phase noch online sein und auf denselben Inhalt zeigen, um während der DNS-Propagation keine Ausfälle zu haben.

5
SSL-Zertifikat beim neuen Anbieter aktivieren

Sobald die DNS-Einträge propagiert sind (prüfbar via whatsmydns.net), das SSL-Zertifikat beim neuen Anbieter aktivieren oder automatisch ausstellen lassen. Bei Let's Encrypt-basierten Systemen geht das oft auf Knopfdruck.

6
Domain-Transfer initiieren (optional)

Die Domain kann unabhängig vom Hosting transferiert werden und muss das auch nicht zwingend. Wenn du die Domain beim alten Anbieter belässt und nur die Nameserver oder A-Records änderst, sparst du den Aufwand des Domain-Transfers. Ein Transfer macht Sinn, wenn du alles unter einem Dach haben willst.

7
Alten Vertrag kündigen

Erst wenn die Seite beim neuen Anbieter 1-2 Wochen stabil läuft: den alten Vertrag schriftlich kündigen. Achte auf die Kündigungsfristen (meist 30 oder 60 Tage vor Vertragsende) und verlange eine Kündigungsbestätigung.

WordPress-Migration: Schneller per Plugin. Falls du WordPress betreibst, übernehmen Plugins wie Duplicator oder All-in-One WP Migration Backup und Restore in einem Schritt. Einige Hoster (z.B. Hostpoint) bieten auch einen kostenlosen Migrationsdienst an.

Sieben Schritte klingt erstmal viel, aber in der Praxis bist du bei einer typischen WordPress-Seite ja in 2-3 Stunden durch - der Rest ist halt Warten auf DNS-Propagation. Wichtiger ist, beim neuen Anbieter wirklich gut aufgehoben zu sein:

Worauf du beim neuen Anbieter achten solltest

Beim Wechsel ist die Versuchung ja gross, einfach beim günstigsten Anbieter zu landen. Schau dir aber mal an, was wirklich zählt, bevor du buchst:

Merkmal Warum wichtig Worauf achten
Rechenzentrum DSGVO-Konformität, Latenz Schweiz oder EU; Anbieter klar angeben lassen (nicht nur "europäisch")
Backup Sicherheitsnetz bei Fehlern Täglich, mindestens 7 Tage Aufbewahrung, ohne Extrakosten
SSL Pflicht für HTTPS und Google-Rankings Let's Encrypt oder eigenes SSL kostenlos inklusive
Support Bei Problemen entscheidend Telefon oder Live-Chat, Deutsch, kurze Reaktionszeiten
Migrations­hilfe Spart Zeit und Risiko Kostenloser Umzugsservice oder zumindest klare Anleitungen
PHP-Version Performance und Sicherheit Aktuell, frei wählbar, mehrere Versionen parallel möglich
Vertragslauf­zeit Flexibilität bei weiteren Wechseln Monatlich kündbar oder zumindest 30-Tage-Geld-zurück-Garantie

Empfehlenswerte Schweizer Hoster im Überblick

Keinen konkreten Wechselkandidaten im Kopf? Dann schau dir mal die Anbieter an, die auf dem Schweizer Markt gerade gut aufgestellt sind:

Anbieter Sitz Einstiegspreis Speicher (Start) Stärke
Hostpoint Rapperswil-Jona 17.90 CHF/Mt. 500 GB Migrationsservice, CH-Rechenzentrum, Stundenbasis-Backup
Cyon Basel 14.90 CHF/Mt. 50 GB SSD 100% Schweizer Strom, transparente Preise ohne Aktionspreise
Infomaniak Genf 10.91 CHF/Mt. 250 GB Grosses Ökosystem (Mail, Office, Video), unabhängig
Hosttech Richterswil 6.90 CHF/Mt. 50 GB Starkes VPS-Angebot, schweizer Wurzeln, gute API
Hostfactory Winterthur 9.90 CHF/Mt. 10 GB Geld-zurück-Garantie, schweizer KMU-Fokus

Stand: Stand 19. Juni 2026. Preise verstehen sich inkl. MWST wo angegeben.

Willst du die vollständigen Tarife eines Anbieters sehen? Hier die Preistabellen auf einen Blick:

Hostpoint: alle Pakete

TarifPreis pro Monat
Hostpoint Standard15.90 CHF
Hostpoint Smart17.90 CHF
Hostpoint Business29.90 CHF
Hostpoint Flex M170.00 CHF

Cyon: alle Pakete

TarifPreis pro Monat
Cyon Hosting Start5.50 CHF
Cyon Hosting Pro11.00 CHF
Cyon Single14.90 CHF
Cyon Double19.90 CHF
Cyon Hosting Premium22.00 CHF
Cyon Triple29.90 CHF

Infomaniak: alle Pakete

TarifPreis pro Monat
Infomaniak Web Hosting5.75 CHF
Infomaniak Web + Mail7.25 CHF
Infomaniak Webhosting10.91 CHF
Infomaniak Hosting10.91 CHF
+ 18 weitere Tarife verfügbar
Hostpoint im Detail-Test → Cyon im Detail-Test → Infomaniak im Detail-Test →

Häufige Fragen zum Hosting-Wechsel

Die Fragen, die beim Wechsel schon immer wieder auftauchen - hier kurz und direkt beantwortet:

Kann meine Website während des Wechsels offline gehen?
Wenn du die Reihenfolge korrekt einhältst (zuerst aufbauen, dann DNS umstellen), gibt es keinen nennenswerten Ausfall. In der DNS-Propagationszeit (meist 1-4 Stunden, wenn du den TTL vorher auf 300 Sekunden statt Standard 48 Stunden gesenkt hast) können manche Nutzer noch die alte, manche schon die neue Version sehen. Solange beide Versionen denselben Inhalt zeigen, ist das kein Problem.
Muss ich die Domain auch transferieren, wenn ich das Hosting wechsle?
Nein. Du kannst das Hosting wechseln und die Domain beim alten Anbieter belassen. Du änderst dann einfach den A-Record der Domain im DNS-Panel auf die neue IP. Ein Domain-Transfer ist optional und kostet oft eine Verlängerungsgebühr. Wann er sich lohnt: wenn du alles in einer Hand haben willst oder der Domain-Preis beim neuen Anbieter günstiger ist.
Was passiert mit meinen E-Mail-Konten beim Wechsel?
E-Mails musst du separat migrieren. Entweder du exportierst alle Postfächer via IMAP (z.B. mit Thunderbird oder imapsync) und importierst sie beim neuen Anbieter, oder du nutzt einen separaten E-Mail-Dienst unabhängig vom Hosting. Wichtig: MX-Einträge erst umstellen, wenn das neue Postfach eingerichtet und getestet ist. Sonst verlierst du eingehende E-Mails.
Verliere ich meine Google-Rankings beim Wechsel?
Nein, eigentlich nicht - zumindest wenn alles korrekt läuft. Google bewertet URLs, nicht Server. Solange deine URLs gleich bleiben, das SSL-Zertifikat korrekt läuft und die Seite technisch einwandfrei ist, ändert sich an den Rankings nichts. Was Rankings schadet: fehlende Weiterleitungen, kaputte SSL-Zertifikate oder tagelange Ausfälle.
Wie lange dauert ein Hosting-Wechsel im Durchschnitt?
Für eine typische WordPress-Seite unter 5 GB: 2-4 Stunden aktive Arbeitszeit, verteilt über 2-3 Tage (wegen TTL-Vorlaufzeit). Bei grossen Shops oder komplexen Applikationen mit vielen Integrationen kannst du 1-2 Tage einplanen. Mit dem kostenlosen Migrationsservice von Hostpoint oder ähnlichen Angeboten reduziert sich dein aktiver Aufwand auf Abnahme und Test.
Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Wechsel?
Idealerweise kurz nach der Vertragsverlängerung beim alten Anbieter, damit du noch 10-11 Monate Zeit hast, ohne doppelt zu zahlen. Oder kurz vor Ablauf mit fristgerechter Kündigung. Als Zeitfenster empfehle ich einen Dienstag bis Donnerstag in einer ruhigen Woche, damit im Problemfall der Support erreichbar ist.

Unser Urteil: Wechseln lohnt sich fast immer

Empfehlung: Ein Hosting-Wechsel macht ja fast immer Sinn, wenn du seit mehr als 3 Jahren nicht mehr verglichen hast. Die Lücke zwischen alten und neuen Paketen ist erheblich: mehr Speicher, bessere Technik, oft zu günstigerem oder gleichem Preis. Wer eine einfache WordPress-Seite betreibt und Support auf Deutsch braucht, ist bei Hostpoint (17.90 CHF/Mt.) oder Cyon (14.90 CHF/Mt.) in der Regel gut bedient. Wer ein grösseres Setup mit Mail, Kalender und Office-Integration sucht, findet bei Infomaniak das breiteste Angebot unter Schweizer Datenschutzrecht.
Wie wir testen: Unsere Preise und technischen Angaben stammen aus aktuellen Erhebungen der Anbieter-Webseiten und eigenen Messungen. Stand: Stand 19. Juni 2026. Methodik im Detail →

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