PostFinance Checkout ist die Einkassierlösung für Schweizer Onlineshops und läuft über den Akzeptanzpartner Wallee Group AG. Drei Pakete stehen zur Wahl: All-in-One für 2,5 % pro Transaktion plus CHF 14.90 pro Monat, das E-Com Bundle mit 1,3 % für PostFinance Pay und TWINT sowie 1,55 % für Visa und Mastercard plus CHF 0.18 pro Transaktion, und Flex mit freier Acquirer-Wahl. Bei kleinen Umsätzen bis rund CHF 1'300 pro Monat fährst du mit Stripe häufig günstiger, darüber spielt Checkout seine Stärke bei PostFinance Pay, TWINT und Schweizer Karten aus.
Du betreibst einen Schweizer Onlineshop und fragst dich, ob sich die Hausbank-Anbindung überhaupt lohnt? Die ehrliche Antwort: Es kommt eben auf deinen Warenkorb, deine Kundschaft und deine monatlichen Fixkosten an. PostFinance Checkout ist kein Zaubermittel, sondern ein Baukasten aus drei Paketen mit sehr unterschiedlichen Gebühren. Genau diese Unterschiede schauen wir uns jetzt mal an, mit den offiziellen Konditionen und ein paar Beispielrechnungen, die du auf deinen Shop übertragen kannst.
Was PostFinance Checkout ist (und was es nicht ist)
Checkout von PostFinance ist eine Payment-Service-Providing-Lösung, kurz PSP. Der Dienstleister stellt die technische Infrastruktur und verbindet deinen Shop mit den Zahlungsarten. Du schliesst also nicht mit jeder Karte einzeln einen Vertrag ab, sondern bündelst die Abwicklung über das Checkout-Portal. Die Integration läuft in zwei Schritten: zuerst der Akzeptanzvertrag mit dem passenden Partner, danach das Verbinden per Plug-in oder Connected Service mit deinem Shopsystem.
Wichtig für die Einordnung: Checkout ist keine eigene Bank-App und kein reines Karten-Terminal. Es ist die Klammer um Zahlungsarten wie PostFinance Pay, TWINT, Visa, Mastercard, Apple Pay und Click to Pay. Die eigentliche Kartenakquise läuft über den Akzeptanzpartner Wallee Group AG, mit dem PostFinance gemäss Preis- und Leistungsverzeichnis zusammenarbeitet.
Klingt komplizierter, als es ist.
Die drei Checkout-Pakete und ihre Kosten
PostFinance verkauft Checkout in drei Varianten. Die Wahl hängt weniger von der Unternehmensgrösse ab als davon, wie viel Umsatz du machst und wie viel Freiheit du bei den Acquirern willst.
| Merkmal | Checkout All-in-One | E-Com Bundle | Checkout Flex |
|---|---|---|---|
| Ideal für | Shops bis CHF 200'000 Jahresumsatz mit einfachem Start | Shops, die Payment und Banking verbinden und tiefe Sätze wollen | Shops mit freier Acquirer- und Zahlungsart-Wahl |
| Einrichtung | CHF 199 | geschenkt | CHF 249 |
| Monatlich | CHF 14.90 | CHF 19.90 | CHF 19.90 |
| Transaktionsgebühr | 2,5 %, min. CHF 0.20 | 1,3 % bis 1,55 %, min. CHF 0.20 | je nach Akzeptanzpartner |
| PSP-Gebühr pro Transaktion | kostenlos | CHF 0.18 | CHF 0.18 |
| Enthaltene Zahlungsarten | Visa, Mastercard, PostFinance Pay, TWINT, Apple Pay, Click to Pay | dieselben, dazu optional Rechnung per eBill/QR sowie PayPal und Amex per separatem Vertrag | freie Auswahl, inklusive Rechnung, Diners, JCB und China UnionPay |
| Kündigung | monatlich auf den nächsten Rechnungslauf | monatlich auf den nächsten Rechnungslauf | monatlich auf den nächsten Rechnungslauf |
Quelle der Zahlen: PostFinance, Checkout im Onlineshop und Produktblatt E-Com Bundle (PDF). Stand jeweils Oktober 2025.
Zahlungsarten und die Zuschläge, die viele übersehen
Die beworbenen Prozentwerte gelten für Standardfälle. Daneben gibt es im Preis- und Leistungsverzeichnis eine Reihe von Zu- und Mindestgebühren, die deine echte Marge bestimmen. Die folgende Übersicht bezieht sich auf das E-Com Bundle, weil dort die Sätze am transparentesten ausgewiesen sind.
| Position | Gebühr | Wann sie anfällt |
|---|---|---|
| PostFinance Pay | 1,3 %, min. CHF 0.20 | Bei Zahlung über PostFinance Pay, Grundlage für den 2,4-Millionen-Kundenkreis |
| TWINT | 1,3 %, min. CHF 0.20 | Bei TWINT-Zahlungen im Checkout |
| Visa und Mastercard | 1,55 %, min. CHF 0.20 | Bei Kartenzahlung mit Schweizer Karte |
| Firmenkarten-Zuschlag | +1,3 % | Bei Commercial Cards, also Geschäftskarten deiner Kundschaft |
| Non-domestic-Zuschlag | +0,6 % im EWR, +1,3 % ausserhalb | Wenn die Karte ausserhalb der Schweiz herausgegeben wurde |
| Non-Secure-Zuschlag | +0,85 % | Wenn ohne 3D Secure authentifiziert wird. Aktiviere 3D Secure, das drückt den Satz |
| Späteinlieferung | +0,85 % | Wenn Transaktionen später als 48 Stunden nach Abwicklung eingeliefert werden |
| Mindest- und Fixgebühren | CHF 0.20 / CHF 0.55 / CHF 0.50 | Min. pro Zahlung, min. pro Rückerstattung, pro automatischer Auszahlung |
| Chargeback | CHF 35 pro Fall | Bei Rückbuchungen und Eskalationsfällen |
Quelle: PostFinance Preis- und Leistungsverzeichnis für POS und E-Com (PDF, Oktober 2025). Dazu kommen je nach Nutzung Support Plus für CHF 69.90 pro Monat, CHF 0.02 pro Buchungssatz im Buchhaltungsfeature und CHF 6.90 pro Monat für jeden zusätzlichen Space.
Das läppert sich eben.
Integration: So kommt Checkout in deinen Shop
PostFinance stellt eigene Plug-ins bereit, die du im Checkout-Portal herunterlädst. Laut Produktblatt sind das Shopware, WooCommerce, Magento 2, OpenCart, PrestaShop, OXID und JTL.
Findest du dein System dort nicht, gibt es Plug-ins von Drittanbietern für Drupal Commerce, nopCommerce, eicom easy-shop, Freshpage sowie Joomla mit VirtueMart.
Für SaaS-Shops laufen die sogenannten Connected Services ohne eigenes Plug-in. PostFinance nennt Abacus, Ecwid, ePages Now, Hostpoint Webshop, Jimdo, PepperShop, Shopify und Wix.
Das spart dir viel Arbeit.
Aufpassen bei Shopify: Dort fällt zusätzlich eine Umsatzgebühr von 0,3 % an.
Die Produktivschaltung erfolgt bei vollständiger Antragseinreichung innerhalb von fünf Arbeitstagen, und eine Demoversion kannst du vorher kostenlos testen.
Interessant für WordPress-Shops: WooCommerce ist direkt dabei.
Das heisst, du bleibst bei deinem gewohnten Shopsystem und hängst nur die Zahlungsmaske dran.
Genau dort entscheidet sich, ob dein Checkout schnell lädt oder Kunden verliert.
Welches Hosting dein Checkout-Shop braucht
Die Zahlungsabwicklung selbst läuft über den PSP, dein Webserver sieht in der Regel keine Kartendaten.
Das reduziert den PCI-Aufwand deutlich.
Trotzdem bleibt eine alte Regel: Der Checkout ist der sensibelste Moment im Shop.
Das ist der Knackpunkt.
Dein Hosting braucht deshalb TLS mit aktueller Version, eine stabile PHP-Version, genug Speicher für Datenbank und Sessions sowie ein Backup, das im Ernstfall schnell zurückgespielt werden kann. Staging ist Gold wert, wenn du ein Plug-in-Update erst testen willst.
Vier Schweizer Anbieter decken dieses Profil solide ab. Die folgende Übersicht zeigt konkrete Tarife aus unserer laufenden Datenerhebung:
| Tarif | Preis/Mt. | Speicher | Datenbanken | Backup | Uptime-SLA | Bewertung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Hostpoint Standard | 15.90 CHF/Mt. | 100 GB | 10 | Ja | 24/7 Überwachung | 2.81 / 5 (Stand 10. April 2026) |
| Cyon Hosting Pro | 11.00 CHF/Mt. | 100 GB | 20 MariaDB | täglich | 99.9% | 3.40 / 5 (Stand 10. April 2026) |
| Hosttech WordPress Hosting Select | 14.90 CHF/Mt. | 150 GB | 5 | Ja | 99.8 | 4.30 / 5 (Stand 10. April 2026) |
| Infomaniak Hosting | 10.91 CHF/Mt. | 250 GB | unbegrenzt | täglich | 99.9% | 4.25 / 5 (Stand 10. April 2026) |
Hostpoint sitzt in Rapperswil-Jona und wurde 2001 gegründet. Cyon hat seinen Sitz in Basel und betreibt seine Rechenzentren in Basel (Schweiz). Infomaniak wurde 1994 gegründet und sitzt in Genf. Wer konsequent auf Schweizer Server und Datenschutz setzt, ist mit diesen vier auf der sicheren Seite.
Wann sich PostFinance Checkout lohnt und wann nicht
PostFinance Checkout passt, wenn ...
Deine Kundschaft bezahlt mehrheitlich in der Schweiz und erwartet TWINT oder PostFinance Pay. Du steuerst mehrere Zahlungsarten über einen Vertrag und ein Backoffice, statt jeden Anbieter einzeln zu verkabeln. Du nutzt WooCommerce, Shopware oder Shopify und suchst eine fertige Integration. Und du schätzt Schweizer Support mit Rechnung in Franken, gerade wenn du Payment und Geschäftskonto im E-Com Bundle bündeln willst.
Eher nicht, wenn ...
Du liegst unter rund CHF 1'300 Monatsumsatz und willst keine Fixkosten. Dein Shop ist stark international aufgestellt und wickelt viele Fremdwährungen ab. Du betreibst ein reines Krypto- oder Risikogeschäft. Du hast bereits einen günstigen Acquirer-Vertrag und brauchst nur die Zahlungsmaske. Und dein Shopsystem lässt sich nur über einen Drittanbieter anbinden.
Der Vergleich mit Stripe zeigt die Schmerzgrenze. Stripe verlangt für Schweizer Karten 2,9 % plus CHF 0.30 und für ausländische Karten 3,25 % plus CHF 0.30, dafür ohne Einrichtungs- und Monatsgebühr.
Bei einem durchschnittlichen Bestellwert von CHF 80 kostet eine Visa-Zahlung über das E-Com Bundle rund CHF 1.42 (1,55 % plus CHF 0.18), über Stripe rund CHF 2.62.
Die Differenz von gut CHF 1.20 pro Bestellung muss die Fixgebühr von CHF 19.90 einspielen. Das passiert ab knapp 17 Bestellungen pro Monat, also ab etwa CHF 1'300 Umsatz.
Mit PostFinance Pay oder TWINT (1,3 % plus CHF 0.18) verschiebt sich die Grenze auf rund 14 Bestellungen.
Darunter ist Stripe die günstigere Wahl, sofern dir die Zahlungsarten genügen.
Darüber dreht sich das Bild. Bei internationaler Kundschaft kommt der Non-domestic-Zuschlag von 0,6 bis 1,3 % hinzu, den du in die Rechnung einkalkulieren musst.
Für einen reinen Schweizer Shop mit Karten, TWINT und PostFinance Pay ist Checkout ab mittleren Umsätzen preislich schon stark.