PostFinance Checkout im Test: Wann die Hausbank-Anbindung taugt

Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026
PostFinance Checkout im Test: Wann die Hausbank-Anbindung taugt
Unabhängig getestet nach transparenter Methodik
Echte Messwerte statt Marketing: Uptime, Ladezeit aus der Schweiz, Support-Reaktion und Funktionsumfang. Testkriterien ansehen →
TL;DR · Kurz erklärt
PostFinance Checkout ist die Einkassierlösung für Schweizer Onlineshops und läuft über den Akzeptanzpartner Wallee Group AG. Drei Pakete stehen zur Wahl: All-in-One für 2,5 % pro Transaktion plus CHF 14.90 pro Monat, das E-Com Bundle mit 1,3 % für PostFinance Pay und TWINT sowie 1,55 % für Visa und Mastercard plus CHF 0.18 pro Transaktion, und Flex mit freier Acquirer-Wahl. Bei kleinen Umsätzen bis rund CHF 1'300 pro Monat fährst du mit Stripe häufig günstiger, darüber spielt Checkout seine Stärke bei PostFinance Pay, TWINT und Schweizer Karten aus.

Du betreibst einen Schweizer Onlineshop und fragst dich, ob sich die Hausbank-Anbindung überhaupt lohnt? Die ehrliche Antwort: Es kommt eben auf deinen Warenkorb, deine Kundschaft und deine monatlichen Fixkosten an. PostFinance Checkout ist kein Zaubermittel, sondern ein Baukasten aus drei Paketen mit sehr unterschiedlichen Gebühren. Genau diese Unterschiede schauen wir uns jetzt mal an, mit den offiziellen Konditionen und ein paar Beispielrechnungen, die du auf deinen Shop übertragen kannst.

Was PostFinance Checkout ist (und was es nicht ist)

Checkout von PostFinance ist eine Payment-Service-Providing-Lösung, kurz PSP. Der Dienstleister stellt die technische Infrastruktur und verbindet deinen Shop mit den Zahlungsarten. Du schliesst also nicht mit jeder Karte einzeln einen Vertrag ab, sondern bündelst die Abwicklung über das Checkout-Portal. Die Integration läuft in zwei Schritten: zuerst der Akzeptanzvertrag mit dem passenden Partner, danach das Verbinden per Plug-in oder Connected Service mit deinem Shopsystem.

Wichtig für die Einordnung: Checkout ist keine eigene Bank-App und kein reines Karten-Terminal. Es ist die Klammer um Zahlungsarten wie PostFinance Pay, TWINT, Visa, Mastercard, Apple Pay und Click to Pay. Die eigentliche Kartenakquise läuft über den Akzeptanzpartner Wallee Group AG, mit dem PostFinance gemäss Preis- und Leistungsverzeichnis zusammenarbeitet.

Klingt komplizierter, als es ist.

Hinweis: Alle PostFinance-Konditionen in diesem Ratgeber stammen aus dem offiziellen Preis- und Leistungsverzeichnis (Oktober 2025) sowie dem Produktblatt zum E-Com Bundle. Prüfe die aktuellen Preise vor Vertragsabschluss direkt beim Anbieter. Details: Preis- und Leistungsverzeichnis und Checkout im Onlineshop.

Die drei Checkout-Pakete und ihre Kosten

PostFinance verkauft Checkout in drei Varianten. Die Wahl hängt weniger von der Unternehmensgrösse ab als davon, wie viel Umsatz du machst und wie viel Freiheit du bei den Acquirern willst.

Merkmal Checkout All-in-One E-Com Bundle Checkout Flex
Ideal für Shops bis CHF 200'000 Jahresumsatz mit einfachem Start Shops, die Payment und Banking verbinden und tiefe Sätze wollen Shops mit freier Acquirer- und Zahlungsart-Wahl
Einrichtung CHF 199 geschenkt CHF 249
Monatlich CHF 14.90 CHF 19.90 CHF 19.90
Transaktionsgebühr 2,5 %, min. CHF 0.20 1,3 % bis 1,55 %, min. CHF 0.20 je nach Akzeptanzpartner
PSP-Gebühr pro Transaktion kostenlos CHF 0.18 CHF 0.18
Enthaltene Zahlungsarten Visa, Mastercard, PostFinance Pay, TWINT, Apple Pay, Click to Pay dieselben, dazu optional Rechnung per eBill/QR sowie PayPal und Amex per separatem Vertrag freie Auswahl, inklusive Rechnung, Diners, JCB und China UnionPay
Kündigung monatlich auf den nächsten Rechnungslauf monatlich auf den nächsten Rechnungslauf monatlich auf den nächsten Rechnungslauf

Quelle der Zahlen: PostFinance, Checkout im Onlineshop und Produktblatt E-Com Bundle (PDF). Stand jeweils Oktober 2025.

Zahlungsarten und die Zuschläge, die viele übersehen

Die beworbenen Prozentwerte gelten für Standardfälle. Daneben gibt es im Preis- und Leistungsverzeichnis eine Reihe von Zu- und Mindestgebühren, die deine echte Marge bestimmen. Die folgende Übersicht bezieht sich auf das E-Com Bundle, weil dort die Sätze am transparentesten ausgewiesen sind.

Position Gebühr Wann sie anfällt
PostFinance Pay 1,3 %, min. CHF 0.20 Bei Zahlung über PostFinance Pay, Grundlage für den 2,4-Millionen-Kundenkreis
TWINT 1,3 %, min. CHF 0.20 Bei TWINT-Zahlungen im Checkout
Visa und Mastercard 1,55 %, min. CHF 0.20 Bei Kartenzahlung mit Schweizer Karte
Firmenkarten-Zuschlag +1,3 % Bei Commercial Cards, also Geschäftskarten deiner Kundschaft
Non-domestic-Zuschlag +0,6 % im EWR, +1,3 % ausserhalb Wenn die Karte ausserhalb der Schweiz herausgegeben wurde
Non-Secure-Zuschlag +0,85 % Wenn ohne 3D Secure authentifiziert wird. Aktiviere 3D Secure, das drückt den Satz
Späteinlieferung +0,85 % Wenn Transaktionen später als 48 Stunden nach Abwicklung eingeliefert werden
Mindest- und Fixgebühren CHF 0.20 / CHF 0.55 / CHF 0.50 Min. pro Zahlung, min. pro Rückerstattung, pro automatischer Auszahlung
Chargeback CHF 35 pro Fall Bei Rückbuchungen und Eskalationsfällen

Quelle: PostFinance Preis- und Leistungsverzeichnis für POS und E-Com (PDF, Oktober 2025). Dazu kommen je nach Nutzung Support Plus für CHF 69.90 pro Monat, CHF 0.02 pro Buchungssatz im Buchhaltungsfeature und CHF 6.90 pro Monat für jeden zusätzlichen Space.

Das läppert sich eben.

Beispielrechnung: 200 Bestellungen à CHF 100 ergeben CHF 20'000 Monatsumsatz, alles per Visa bezahlt. Beim E-Com Bundle sind das 310 (1,55 % von 20'000) plus 36 (200 mal CHF 0.18) plus 19.90 Fixkosten, also rund CHF 366. All-in-One landet bei 500 plus 14.90, also rund CHF 515. Stripe käme bei 2,9 % plus CHF 0.30 pro Schweizer Karte auf 580 plus 60, also CHF 640. Das E-Com Bundle spart in dieser Konstellation jeden Monat mehrere hundert Franken.

Integration: So kommt Checkout in deinen Shop

PostFinance stellt eigene Plug-ins bereit, die du im Checkout-Portal herunterlädst. Laut Produktblatt sind das Shopware, WooCommerce, Magento 2, OpenCart, PrestaShop, OXID und JTL.

Findest du dein System dort nicht, gibt es Plug-ins von Drittanbietern für Drupal Commerce, nopCommerce, eicom easy-shop, Freshpage sowie Joomla mit VirtueMart.

Für SaaS-Shops laufen die sogenannten Connected Services ohne eigenes Plug-in. PostFinance nennt Abacus, Ecwid, ePages Now, Hostpoint Webshop, Jimdo, PepperShop, Shopify und Wix.

Das spart dir viel Arbeit.

Aufpassen bei Shopify: Dort fällt zusätzlich eine Umsatzgebühr von 0,3 % an.

Die Produktivschaltung erfolgt bei vollständiger Antragseinreichung innerhalb von fünf Arbeitstagen, und eine Demoversion kannst du vorher kostenlos testen.

Interessant für WordPress-Shops: WooCommerce ist direkt dabei.

Das heisst, du bleibst bei deinem gewohnten Shopsystem und hängst nur die Zahlungsmaske dran.

Genau dort entscheidet sich, ob dein Checkout schnell lädt oder Kunden verliert.

Welches Hosting dein Checkout-Shop braucht

Die Zahlungsabwicklung selbst läuft über den PSP, dein Webserver sieht in der Regel keine Kartendaten.

Das reduziert den PCI-Aufwand deutlich.

Trotzdem bleibt eine alte Regel: Der Checkout ist der sensibelste Moment im Shop.

Das ist der Knackpunkt.

Dein Hosting braucht deshalb TLS mit aktueller Version, eine stabile PHP-Version, genug Speicher für Datenbank und Sessions sowie ein Backup, das im Ernstfall schnell zurückgespielt werden kann. Staging ist Gold wert, wenn du ein Plug-in-Update erst testen willst.

Vier Schweizer Anbieter decken dieses Profil solide ab. Die folgende Übersicht zeigt konkrete Tarife aus unserer laufenden Datenerhebung:

Tarif Preis/Mt. Speicher Datenbanken Backup Uptime-SLA Bewertung
Hostpoint Standard 15.90 CHF/Mt. 100 GB 10 Ja 24/7 Überwachung 2.81 / 5 (Stand 10. April 2026)
Cyon Hosting Pro 11.00 CHF/Mt. 100 GB 20 MariaDB täglich 99.9% 3.40 / 5 (Stand 10. April 2026)
Hosttech WordPress Hosting Select 14.90 CHF/Mt. 150 GB 5 Ja 99.8 4.30 / 5 (Stand 10. April 2026)
Infomaniak Hosting 10.91 CHF/Mt. 250 GB unbegrenzt täglich 99.9% 4.25 / 5 (Stand 10. April 2026)

Hostpoint sitzt in Rapperswil-Jona und wurde 2001 gegründet. Cyon hat seinen Sitz in Basel und betreibt seine Rechenzentren in Basel (Schweiz). Infomaniak wurde 1994 gegründet und sitzt in Genf. Wer konsequent auf Schweizer Server und Datenschutz setzt, ist mit diesen vier auf der sicheren Seite.

Wann sich PostFinance Checkout lohnt und wann nicht

PostFinance Checkout passt, wenn ...

Deine Kundschaft bezahlt mehrheitlich in der Schweiz und erwartet TWINT oder PostFinance Pay. Du steuerst mehrere Zahlungsarten über einen Vertrag und ein Backoffice, statt jeden Anbieter einzeln zu verkabeln. Du nutzt WooCommerce, Shopware oder Shopify und suchst eine fertige Integration. Und du schätzt Schweizer Support mit Rechnung in Franken, gerade wenn du Payment und Geschäftskonto im E-Com Bundle bündeln willst.

Eher nicht, wenn ...

Du liegst unter rund CHF 1'300 Monatsumsatz und willst keine Fixkosten. Dein Shop ist stark international aufgestellt und wickelt viele Fremdwährungen ab. Du betreibst ein reines Krypto- oder Risikogeschäft. Du hast bereits einen günstigen Acquirer-Vertrag und brauchst nur die Zahlungsmaske. Und dein Shopsystem lässt sich nur über einen Drittanbieter anbinden.

Der Vergleich mit Stripe zeigt die Schmerzgrenze. Stripe verlangt für Schweizer Karten 2,9 % plus CHF 0.30 und für ausländische Karten 3,25 % plus CHF 0.30, dafür ohne Einrichtungs- und Monatsgebühr.

Bei einem durchschnittlichen Bestellwert von CHF 80 kostet eine Visa-Zahlung über das E-Com Bundle rund CHF 1.42 (1,55 % plus CHF 0.18), über Stripe rund CHF 2.62.

Die Differenz von gut CHF 1.20 pro Bestellung muss die Fixgebühr von CHF 19.90 einspielen. Das passiert ab knapp 17 Bestellungen pro Monat, also ab etwa CHF 1'300 Umsatz.

Mit PostFinance Pay oder TWINT (1,3 % plus CHF 0.18) verschiebt sich die Grenze auf rund 14 Bestellungen.

Darunter ist Stripe die günstigere Wahl, sofern dir die Zahlungsarten genügen.

Darüber dreht sich das Bild. Bei internationaler Kundschaft kommt der Non-domestic-Zuschlag von 0,6 bis 1,3 % hinzu, den du in die Rechnung einkalkulieren musst.

Für einen reinen Schweizer Shop mit Karten, TWINT und PostFinance Pay ist Checkout ab mittleren Umsätzen preislich schon stark.

Häufige Fragen zu PostFinance Checkout

Was kostet PostFinance Checkout pro Monat?
Checkout All-in-One kostet CHF 14.90 pro Monat plus CHF 199 Einrichtung und 2,5 % pro Transaktion. Das E-Com Bundle kostet CHF 19.90 pro Monat, die Einrichtung ist geschenkt, dazu kommen 1,3 % für PostFinance Pay und TWINT, 1,55 % für Visa und Mastercard sowie CHF 0.18 pro Transaktion. Checkout Flex liegt bei CHF 249 Einrichtung, CHF 19.90 pro Monat und individuellen Transaktionskosten je Acquirer.
Brauche ich ein PostFinance-Geschäftskonto?
Ein Konto ist keine harte Voraussetzung, um Checkout zu nutzen. Das E-Com Bundle koppelt Payment und Banking aber bewusst: Beim passenden Gutschriftskonto erlässt PostFinance die Kontoführungs- und Jahresgebühr für das Geschäftskonto und die PostFinance Card während drei Jahren ab Vertragsabschluss.
Welche Shopsysteme werden unterstützt?
Eigene Plug-ins gibt es für Shopware, WooCommerce, Magento 2, OpenCart, PrestaShop, OXID und JTL. Dazu kommen Drittanbieter-Plug-ins für Drupal Commerce, nopCommerce, eicom easy-shop, Freshpage und Joomla mit VirtueMart sowie Connected Services für Abacus, Ecwid, ePages Now, Hostpoint Webshop, Jimdo, PepperShop, Shopify und Wix.
Sind TWINT und PostFinance Pay inklusive?
Bei Checkout All-in-One und im E-Com Bundle sind PostFinance Pay, TWINT, Visa, Mastercard, Apple Pay und Click to Pay vorkonfiguriert. Flex dagegen lässt dich die Zahlungsarten frei auswählen, die Konditionen verhandelst du mit den jeweiligen Akzeptanzpartnern. PayPal und American Express sind im Bundle nur über einen separaten Vertrag dabei.
Wie schnell ist mein Shop live?
Bei vollständiger und korrekter Antragseinreichung nennt PostFinance für das E-Com Bundle und All-in-One fünf Arbeitstage bis zur Produktivschaltung. Vorher kannst du den Checkout doch kostenlos in einer Demoversion testen. Bei Checkout Flex hängt die Dauer von der Vertragsausstellung der einzelnen Akzeptanzpartner ab.
Kann ich monatlich kündigen?
Ja. Alle drei Pakete sind monatlich auf den nächsten monatlichen Rechnungslauf kündbar. Es gibt also eigentlich keine langfristige Bindung, was die Entscheidung für den Einstieg erleichtert.
Was passiert bei Rückbuchungen?
PostFinance berechnet CHF 35 pro Chargeback, bei einem Eskalationsfall ebenfalls CHF 35 pro Transaktion. Zusätzlich fällt eine Mindestgebühr von CHF 0.55 pro Rückerstattung an. Wer sauber liefert und 3D Secure aktiviert, senkt das Risiko spürbar.

Unser Urteil

PostFinance Checkout ist für Schweizer Onlineshops eine runde Sache, sobald du regelmässig verkaufst. Wenn du auf TWINT und PostFinance Pay setzt, ab etwa CHF 1'300 Monatsumsatz liegst und WooCommerce oder Shopify nutzt, ist das E-Com Bundle das beste Preis-Leistungs-Paket: keine Einrichtungsgebühr, CHF 19.90 pro Monat und 1,3 bis 1,55 Prozent pro Transaktion. Bist du noch klein, stark international oder willst gar keine Fixkosten, dann fährst du mit Stripe oder einem rein transaktionsbasierten Anbieter günstiger und wechselst später. Und egal für welches Payment du dich entscheidest: Dein Hosting sollte TLS, Backups und Staging im Griff haben, sonst bremst der Checkout deine Conversion aus.
Wie wir testen: Unsere Hosting-Daten stammen aus aktuellen Live-Scrapes der Anbieter-Webseiten und eigenen Messungen. Die Payment-Konditionen prüfen wir gegen die offiziellen Preis- und Leistungsverzeichnisse der Anbieter. Stand: Stand 15. Oktober 2026. Methodik im Detail →

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