SPF, DKIM und DMARC richtig einrichten

Zuletzt aktualisiert: November 2026
SPF, DKIM und DMARC richtig einrichten
TL;DR · Kurz erklärt
SPF, DKIM und DMARC sind drei DNS-Einträge, die zusammen verhindern, dass Spam-Versender deine Domain als Absender missbrauchen. Du richtest sie einmalig im DNS ein, danach landen deine E-Mails zuverlässiger im Posteingang statt im Spam-Ordner. Alle grossen Schweizer Hoster wie Hostpoint, Cyon und Infomaniak unterstützen das Setup direkt im Control Panel.

Seit Gmail und Yahoo 2024 strengere Anforderungen für Massenversender eingeführt haben, landet ungesicherter E-Mail-Versand direkt im Spam. Aber auch für normale Websites ohne Newsletter gilt: wer keinen DMARC-Record hat, riskiert, dass Angreifer im Namen seiner Domain Phishing-Mails verschicken. Und das bekommst du oft erst mit, wenn Kunden sich beschweren.

Dieser Guide zeigt dir, wie du SPF, DKIM und DMARC Schritt für Schritt einrichtest, was die Einträge wirklich bedeuten, und wo die typischen Fehler passieren.

Was SPF, DKIM und DMARC bedeuten (und warum alle drei nötig sind)

Die drei Protokolle lösen verschiedene Probleme, ergänzen sich aber gegenseitig:

Protokoll Was es prüft Was es schützt DNS-Typ
SPF
Sender Policy Framework
Welche Server dürfen für diese Domain E-Mails senden? Verhindert Spoofing des Envelope-Senders (MAIL FROM) TXT
DKIM
DomainKeys Identified Mail
Wurde diese E-Mail wirklich von der angegebenen Domain signiert? Schützt Nachrichteninhalt, erkennt Manipulation im Transit TXT (Subdomain)
DMARC
Domain-based Message Authentication
Stimmt der sichtbare Absender (From-Header) mit SPF/DKIM überein? Sagt Empfänger-Servern, was bei Nicht-Übereinstimmung passiert: nichts / Quarantäne / ablehnen TXT (_dmarc)

Kurz gesagt: SPF sagt, wer senden darf. DKIM beweist, dass die Mail unterwegs nicht verändert wurde. DMARC verbindet beides und gibt dir Kontrolle darüber, was mit Mails passiert, die den Test nicht bestehen. Alle drei. Immer.

Wichtig: SPF und DKIM allein reichen nicht aus. Ohne DMARC wissen Empfänger-Server zwar, ob die Prüfungen passen, haben aber keine Instruktion, was bei Fehlern zu tun ist. Ohne DMARC kann ein Angreifer trotzdem Mails mit deiner Domain im From-Header verschicken, die SPF für den Envelope-Sender bestehen.

SPF-Record einrichten: Schritt für Schritt

Der SPF-Record ist ein TXT-Eintrag direkt unter deiner Domain (@ oder leer). Er listet alle Server und Dienste auf, die berechtigt sind, E-Mails in deinem Namen zu versenden.

Schritt 1: Alle sendenden Dienste inventarisieren

Bevor du irgendetwas einträgst, überleg: Von welchen Systemen aus werden von dieser Domain E-Mails verschickt?

  • ✓ Webhosting-Server (PHP-Formulare, WordPress, Kontaktformulare)
  • ✓ Dedizierter E-Mail-Server des Hosters
  • ✓ Newsletter-Dienst (Mailchimp, Brevo, Klaviyo ...)
  • ✓ CRM oder Helpdesk-Tool (HubSpot, Zendesk ...)
  • ✓ Transaktions-Mail-Dienst (Postmark, SendGrid, Mailgun ...)

Jeden dieser Dienste musst du im SPF-Record autorisieren. Fehlende Einträge bedeuten: diese Mails schlagen bei vielen Empfängern als Spam-verdächtig auf. Das ist halt der Aufstellungsfehler, den fast jeder einmal macht.

Schritt 2: SPF-Record aufbauen

Ein typischer SPF-Record für eine Website bei einem Schweizer Hoster sieht so aus:

v=spf1 include:_spf.hostpoint.ch ~all

Wenn du zusätzlich einen Newsletter-Dienst hast:

v=spf1 include:_spf.hostpoint.ch include:mailgun.org ~all

Die SPF-Modifier am Ende bedeuten:

Modifier Bedeutung Empfehlung
-all Hardfail: alle nicht gelisteten Sender ablehnen Nur wenn du sicher bist, alle Sender im Record zu haben
~all Softfail: nicht gelistete Sender als verdächtig markieren Guter Start, solange du noch alle Dienste zusammenträgst
?all Neutral: keine Empfehlung für oder gegen den Sender Zu permissiv, schützt kaum etwas

Schritt 3: TXT-Record im DNS setzen

Den Record setzt du im DNS-Panel deines Hosters oder Domain-Registrars:

  • Name/Host: @ oder leer (für die Root-Domain)
  • Typ: TXT
  • TTL: 3600 (1 Stunde) beim ersten Mal, damit Änderungen schnell propagieren
  • Wert: der SPF-String, z.B. v=spf1 include:_spf.hostpoint.ch ~all
Achtung: Pro Domain darf es nur einen einzigen SPF-Record (TXT mit v=spf1) geben. Mehrere SPF-Records ergeben ein ungültiges Setup. Wenn du weitere Dienste brauchst, ergänze sie mit include: im selben Record.

DKIM-Signatur aktivieren

DKIM funktioniert mit einem Schlüsselpaar: Der private Schlüssel liegt beim Mailserver und signiert jede ausgehende Mail. Der öffentliche Schlüssel liegt im DNS als TXT-Record und erlaubt dem Empfänger, die Signatur zu prüfen.

Bei den meisten Schweizer Hostern aktivierst du DKIM nicht durch manuelles Key-Management, sondern durch eine Option im Mailserver-Control-Panel. Der Hoster generiert das Schlüsselpaar und gibt dir den DNS-Eintrag, den du setzen musst.

Wo DKIM aktivieren?

Das hängt davon ab, über welchen Dienst die Mails laufen:

  • ✓ Hoster-Mailserver: Im Control Panel des Hosters, meist unter "E-Mail" oder "Domains". Hostpoint macht das über das SPanel, Cyon über das eigene Admin-Interface.
  • ✓ Newsletter-Dienst: In den Domain-Authentifizierungs-Einstellungen des Dienstes, z.B. Mailchimp unter "Domains" oder Brevo unter "Senders & IPs".
  • ✓ Google Workspace / Microsoft 365: Über die jeweiligen Admin-Konsolen mit spezifischen Anleitungen.

DNS-Eintrag für DKIM

Der generierte Eintrag hat immer das Format selector._domainkey.deinedomain.ch. "Selector" ist ein frei wählbarer Name, der verschiedene Schlüssel unterscheidet (z.B. mail, 2024 oder google):

Name:  mail._domainkey.deinedomain.ch
Typ:   TXT
Wert:  v=DKIM1; k=rsa; p=MIIBIjANBgkqhkiG9w0BAQEFAAOC...

Den langen p=...-Wert gibt dir dein Hoster oder Maildienst vor. Du kopierst ihn einfach 1:1 in den DNS.

DMARC-Richtlinie konfigurieren

Sobald SPF und DKIM laufen, richtest du DMARC ein. Der Record geht immer unter _dmarc.deinedomain.ch als TXT-Eintrag.

Stufenweise vorgehen

DMARC hat drei Policy-Stufen. Du startest immer mit none und verschärfst erst dann, wenn du weisst, dass alle legitimen Mails die Prüfungen bestehen:

Phase Policy Was passiert Dauer
1. Monitoring p=none Keine Aktion, nur Reports sammeln 2-4 Wochen
2. Quarantäne p=quarantine Fehlschlagende Mails landen im Spam-Ordner 2-4 Wochen
3. Ablehnen p=reject Fehlschlagende Mails werden komplett abgelehnt Dauerhaft

Minimaler Einstiegs-Record

Name:  _dmarc
Typ:   TXT
Wert:  v=DMARC1; p=none; rua=mailto:dmarc@deinedomain.ch

Der rua-Parameter gibt an, wohin die Aggregate-Reports gehen sollen. Diese Reports zeigen dir täglich, welche Quellen E-Mails unter deiner Domain versenden und ob SPF/DKIM für jede Quelle bestehen. Ohne Reports weisst du nicht, ob du sicher auf reject hochschalten kannst.

Vollständiger DMARC-Record mit allen wichtigen Parametern

v=DMARC1; p=quarantine; pct=100; rua=mailto:dmarc@deinedomain.ch; ruf=mailto:dmarc@deinedomain.ch; fo=1; aspf=r; adkim=r

Die Parameter im Überblick:

  • pct=100 - Gilt für 100% der Mails (Standard). Bei pct=10 wird nur 10% geprüft, nützlich beim schrittweisen Rollout.
  • ruf - Forensic Reports (einzelne fehlschlagende Mails, datenschutzsensitiv).
  • fo=1 - Report schicken bei jeder SPF- oder DKIM-Fehlschlag, nicht nur bei beiden.
  • aspf=r - Relaxed-Modus für SPF (Subdomains werden akzeptiert).
  • adkim=r - Relaxed-Modus für DKIM (gleich).

DKIM/SPF-Support bei Schweizer Hostern

Alle relevanten Schweizer Hoster unterstützen DKIM und SPF. Wie gut das im Control Panel integriert ist, unterscheidet sich jedoch deutlich. Hier ein Überblick mit verifizierten Daten aus unserer laufenden Erhebung (Stand Stand 3. November 2026):

Hoster / Tarif DKIM/SPF inklusive Preis ab
Hostpoint Standard false 15.90 CHF/Mt.
Cyon Start true 5.35 CHF/Mt.
Infomaniak Webhosting true 10.91 CHF/Mt.
Hosttech Hosting L true 9.90 CHF/Mt.
Green.ch Webhosting L false 12.45 CHF/Mt.
Hostfactory Standard true 12.90 CHF/Mt.

Was du beim Aktivieren beachten solltest: DKIM muss bei manchen Hostern pro Domain aktiviert werden, nicht global für den Account. Wenn du mehrere Domains hostest, prüfe jede einzeln. Und wenn du externe Maildienste (Newsletter, CRM) nutzt, müssen auch dort die DKIM-Keys für deine Domain gesetzt werden. Klingt nach Mehraufwand. Ist aber eben so.

Häufige Fehler und wie du sie vermeidest

SPF: Zu viele Lookups

SPF darf höchstens 10 DNS-Lookups auslösen. Jedes include: verbraucht einen. Bei komplexen Setups mit mehreren Diensten kommt man leicht drüber. Tools wie MXToolbox SPF Checker oder Kitterman SPF Validator zeigen dir die Lookup-Anzahl sofort an.

DKIM: Leerzeichen im Key

Lange DKIM-Schlüssel werden von manchen DNS-Editoren in mehrere Strings aufgeteilt. Das ist laut RFC korrekt, aber nicht alle Editoren handhaben das richtig. Wenn der DKIM-Test fehlschlägt, obwohl der Eintrag vorhanden ist, prüfe ob der Schlüssel geteilt ist und ob das Format stimmt:

"v=DKIM1; k=rsa; p=MIIBIjANBgkqhkiG9w0BA" "QEFAAOCAQ8AMIIBCgKCAQEA..."

DMARC: Zu früh auf p=reject

Der häufigste Fehler: Jemand liest, dass p=reject am sichersten ist, setzt es sofort und blockiert damit seine eigenen Newsletter-Mails, die noch nicht per DKIM signiert waren. Passiert wohl jedem mal. Deshalb: immer mit p=none starten, Reports lesen, dann schrittweise hochschalten.

Subdomain-Policies vergessen

DMARC gilt standardmässig für die Hauptdomain. Für Subdomains gibt es einen eigenen Parameter: sp=. Wer auf marketing.meinedomain.ch Mails verschickt, sollte das explizit berücksichtigen.

Nie testen

Bevor du irgendwas live schaltest, teste kurz mit diesen Tools. Schon eine Testmail reicht oft, um Fehler zu finden:

  • ✓ MXToolbox für SPF, DKIM, DMARC und allgemeine DNS-Checks
  • ✓ Mail-Tester.com: Du sendest eine Testmail und bekommst einen Score mit Begründung
  • ✓ dmarcian: DMARC-spezialisiertes Tool inklusive Report-Analyse
  • ✓ Google Postmaster Tools: Kostenlos, zeigt deinen Domain-Reputation-Score bei Gmail

Häufige Fragen

Brauche ich alle drei: SPF, DKIM und DMARC?
Technisch reicht SPF oder DKIM allein für eine minimale Authentifizierung. Aber Google und Yahoo verlangen seit Anfang 2024 von Massenversendern (über 5000 Mails/Tag) alle drei. Und ohne DMARC haben Angreifer nach wie vor die Möglichkeit, deinen Domain-Namen im sichtbaren From-Header zu missbrauchen, auch wenn SPF für den Envelope-Sender besteht. Also ja: alle drei.
Wie lange dauert es, bis die Einträge aktiv sind?
DNS-Änderungen propagieren je nach TTL-Wert. Hast du TTL 3600 gesetzt, kann es bis zu einer Stunde dauern, bis alle Resolver den neuen Wert sehen. Bei TTL 300 (5 Minuten) geht es deutlich schneller. Für Tests empfiehlt sich ein niedriger TTL, danach kannst du ihn wieder auf 3600 oder höher setzen.
Meine E-Mails landen trotz SPF/DKIM im Spam. Was nun?
SPF/DKIM sind eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für gute Zustellbarkeit. Spam-Filter berücksichtigen auch: Domain-Reputation, IP-Reputation, Engagement-Raten, Inhalt und Formatting. Prüfe mit Mail-Tester.com den Score und lies die Begründungen. Oft hilft ein Blick in Google Postmaster Tools, wo du die Reputation deiner Domain bei Gmail siehst.
Muss ich DKIM beim Wechsel des Hosters neu einrichten?
Ja. DKIM-Schlüssel sind ans Mailserver-System gebunden. Bei einem Hoster-Wechsel bekommst du neue Schlüssel und musst die DNS-Records entsprechend aktualisieren. Den alten Record kannst du nach ein paar Tagen löschen. SPF und DMARC müssen ebenfalls angepasst werden, wenn sich der Mailserver ändert.
Was bedeutet "DMARC alignment"?
DMARC prüft nicht nur, ob SPF und DKIM bestehen, sondern ob der bestandene Check auch zur Domain im From-Header passt. Das nennt sich Alignment. Bei adkim=r (relaxed) reicht es, wenn die Organisationsdomain übereinstimmt, also newsletter.deinedomain.ch besteht den Check für deinedomain.ch. Bei adkim=s (strict) muss der exakte Domain-Name übereinstimmen.
Nächster Schritt: Logge dich ins Control Panel deines Hosters ein und aktiviere DKIM dort zuerst, weil der Hoster den öffentlichen Key direkt ins DNS schreibt und du nichts manuell kopieren musst. SPF und DMARC mit p=none kommen danach dazu. Was dich dann wirklich überraschen wird: die ersten DMARC-Reports zeigen oft Dienste, die du vergessen hast zu listen, manchmal auch aktive Missbrauchsversuche. Ohne Reports weisst du das nie.
Datenstand und Methodik: Die Hoster-Daten auf dieser Seite stammen aus laufenden Erhebungen der Anbieter-Webseiten und Control-Panel-Tests. Stand: Stand 3. November 2026. Methodik im Detail →

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