Von Ionos zu Hostpoint wechseln

Migration von Ionos zu einem Schweizer Hoster mit DSG-Konformität

Zuletzt aktualisiert: April 2026
Von Ionos zu Hostpoint wechseln

Du bist bei Ionos (ehemals 1und1) und überlegst, zu einem Schweizer Hoster wie Hostpoint zu wechseln. Vielleicht, weil deine Website oder dein Geschäft spezifische Schweizer Anforderungen hat, weil du Wert auf DSG-Konformität legst oder weil du den Support lieber auf Deutsch mit Schweizer Zeitzone haben willst. Dieser Artikel zeigt dir, worauf es beim Wechsel ankommt, welche Schritte du gehen musst und wie du den Umzug ohne Datenverlust schaffst.

Kurz & knappDer Wechsel von Ionos zu Hostpoint ist in fünf Phasen machbar: Backup bei Ionos erstellen, Hostpoint-Paket einrichten, Daten und Datenbank übertragen, auf temporärer URL testen, DNS umstellen. Für einen typischen Wechsel einer WordPress-Seite plane einen halben bis ganzen Tag plus 24 Stunden für DNS-Propagation. Wichtigster Punkt für deutschsprachige Schweizer Nutzer: Hostpoint bietet Support in deutscher Sprache und Schweizer Zeitzone, was bei dringenden Fragen der entscheidende Unterschied sein kann.

Typische Gründe für den Wechsel

Ionos ist ein grosser europäischer Hoster mit Servern in Deutschland und anderen Ländern. Für viele Projekte ist das eine solide Lösung. Es gibt aber spezifische Szenarien, in denen ein Schweizer Anbieter wie Hostpoint Vorteile bietet.

Schweizer Server und DSG-Konformität

Das revidierte Schweizer Datenschutzgesetz (DSG) ist seit September 2023 in Kraft. Für Projekte, die mit personenbezogenen Daten von Kundinnen und Kunden arbeiten (etwa eine Treuhand-Website, eine Zahnarzt-Praxis, eine Anwaltskanzlei), ist die Datenhaltung in der Schweiz ein klarer Vorteil. Die Kommunikation mit Kundinnen wird einfacher, wenn du nicht extra über Datentransfers ins Ausland informieren musst.

Support auf Deutsch mit Schweizer Zeitzone

Ionos bietet deutschsprachigen Support, der aber in Deutschland sitzt und entsprechend auf deutsche Geschäftszeiten und Gewohnheiten ausgerichtet ist. Hostpoint hat seinen Support in der Schweiz, mit Schweizer Hochdeutsch, Verständnis für Schweizer Besonderheiten und Erreichbarkeit zu Schweizer Geschäftszeiten. Für viele Schweizer Nutzerinnen und Nutzer ein spürbarer Unterschied.

Schweizer Zahlungsmittel und Rechnungsstellung

Hostpoint rechnet in Schweizer Franken ab, akzeptiert TWINT und bietet Schweizer QR-Rechnungen. Das vereinfacht die Buchhaltung und vermeidet Wechselkurs-Überraschungen. Ionos rechnet je nach Land und Einstellungen auch in Euro ab, was für manche Buchhaltungen zusätzliche Komplexität bedeutet.

Nähe zur Schweizer Infrastruktur

Hostpoint ist ein Schweizer Unternehmen mit Rechenzentren in der Schweiz. Der Hoster ist in der Schweiz ansässig, untersteht Schweizer Recht und ist bei Fragen oder Problemen am Schweizer Markt direkt greifbar. Bei einem internationalen Hoster wie Ionos ist die juristische Situation komplexer, weil mehrere Länder und Rechtssysteme ins Spiel kommen.

Vorbereitung vor dem Wechsel

Bevor du den Wechsel startest, brauchst du einige Dinge bereit.

Zugangsdaten und Informationen

  • Login zum Ionos-Kundenbereich.
  • FTP- oder SFTP-Zugangsdaten zur bestehenden Installation.
  • Datenbank-Zugangsdaten bei Ionos.
  • Login zum WordPress-Admin (falls WordPress läuft).
  • Login zum Domain-Registrar. Ionos ist oft gleichzeitig Domain-Registrar, es kann aber auch ein separater Anbieter sein.
  • Liste aller Mail-Adressen, die auf der Domain laufen.

Zeitplan

Plan den Wechsel auf eine traffic-arme Zeit. Am Wochenende oder spät abends minimiert das Risiko, dass viele Besucherinnen während der Umstellung auf eine zwischenzeitlich nicht erreichbare Version der Seite treffen. Rechne grob mit einem halben bis ganzen Tag aktiver Arbeit, plus 24 Stunden für die DNS-Propagation.

Hostpoint-Paket wählen

Bei Hostpoint gibt es Standard, Smart, Business und höher. Für die meisten kleineren Projekte reicht Standard oder Smart aus. Wenn du aus einem Ionos-Paket kommst, das bereits Shared Hosting war, passt meistens eines der mittleren Hostpoint-Pakete. Für Shops oder Projekte mit mehr Traffic lohnt sich Smart oder Business.

Backup bei Ionos erstellen

Erster Schritt ist immer ein vollständiges Backup. Auch wenn Ionos eigene Backups anbietet, ist ein eigenes, lokales Backup Pflicht.

Dateien herunterladen

Verbinde dich per SFTP (Ionos bietet SFTP-Zugang in allen aktuellen Paketen) mit deinem Webspace. Lade den kompletten Inhalt auf deinen lokalen Rechner oder in ein sicheres Cloud-Storage herunter. Achte darauf, versteckte Dateien wie .htaccess nicht zu übersehen.

Datenbank exportieren

Im Ionos-Panel öffnest du phpMyAdmin und exportierst die Datenbank als SQL-Datei. Wähle beim Export "Schnell" oder "Benutzerdefiniert" mit kompatiblem SQL-Modus. Die entstehende .sql-Datei lädst du ebenfalls lokal.

Mail-Adressen dokumentieren

Schreib dir alle E-Mail-Adressen auf, die auf deiner Domain laufen: info@, kontakt@, admin@, persönliche Adressen. Du wirst sie später bei Hostpoint neu anlegen müssen.

DNS-Einträge notieren

Öffne die aktuellen DNS-Einträge bei Ionos und mach einen Screenshot oder notiere sie alle: A-Records, MX-Records, TXT-Records. Du brauchst diese Information später für die Umstellung oder für eine mögliche Fehlersuche.

Hostpoint-Paket einrichten

Mit dem Backup in der Tasche richtest du jetzt die neue Umgebung ein.

Paket bestellen

Bestell das gewünschte Paket im Hostpoint-Webshop. Nach der Bestellung bekommst du die Login-Daten zum my.hostpoint.ch Kundenbereich und kannst mit der Einrichtung loslegen.

Domain einrichten

Im Hostpoint-Panel fügst du deine Domain als "Website" hinzu. Hostpoint gibt dir auch eine temporäre URL (meistens im Format domainname.hostpoint.hosting), über die du das Paket schon vor der DNS-Umstellung erreichen kannst. Das ist wichtig für die späteren Tests.

PHP-Version und Datenbank

Stell die passende PHP-Version ein, typischerweise PHP 8.x für aktuelle WordPress-Installationen. Leg eine neue, leere Datenbank an und notiere die Zugangsdaten.

Mail-Adressen anlegen

Leg bei Hostpoint alle Mail-Adressen an, die du bei Ionos hattest. Achte dabei, dass die Namen exakt übereinstimmen, sonst gehen Mails nach der Umstellung verloren oder landen an falschen Stellen.

Daten und Datenbank übertragen

Jetzt überträgst du die Daten von deinem lokalen Backup in die neue Hostpoint-Umgebung.

Dateien hochladen

Per FTP oder SFTP lädst du die Dateien in den Hostpoint-Webspace. Für WordPress sind das in der Regel alle Dateien im Root-Verzeichnis: wp-admin, wp-content, wp-includes und die einzelnen PHP-Dateien im Stammverzeichnis.

Datenbank importieren

Im Hostpoint-Panel findest du phpMyAdmin. Dort importierst du die SQL-Datei aus deinem Backup in die frisch angelegte, leere Datenbank. Bei grossen Datenbanken kann es hilfreich sein, den Import in kleineren Häppchen zu machen oder die Datei per SSH zu importieren.

wp-config.php anpassen

Die wichtigste Datei für den Datenbank-Zugang ist wp-config.php. Dort trägst du die neuen Hostpoint-Zugangsdaten ein: Datenbankname, Benutzername, Passwort und Host.

URL-Anpassung

WordPress speichert die Site-URL in der Datenbank. Für einen reibungslosen Wechsel über eine temporäre URL gibt es zwei Ansätze: entweder du passt die Site-URL in der Datenbank temporär an, oder du arbeitest mit einem Hosts-File-Eintrag auf deinem lokalen Rechner, um deine Domain auf den neuen Server zu zeigen, ohne dass das für andere Nutzerinnen sichtbar wird.

Auf temporärer URL testen

Vor der DNS-Umstellung testest du die Installation gründlich.

Was du prüfen solltest

  • Startseite öffnet sich korrekt.
  • Navigation funktioniert, Unterseiten sind erreichbar.
  • Bilder und Medien werden geladen.
  • Kontaktformulare senden Mails (teste mit einer echten Absender-Adresse).
  • WordPress-Admin funktioniert, du kannst dich einloggen.
  • Alle Plugins laufen ohne Fehlermeldungen.
  • Cache-Plugin aktiv und funktionsfähig.
  • SSL-Zertifikat wird korrekt ausgeliefert.

Finde und behebe alle Probleme, bevor du DNS umstellst. Wenn du DNS umstellst und erst dann feststellst, dass etwas nicht funktioniert, bist du in einer schwierigeren Situation.

DNS-Umstellung durchführen

Wenn die neue Umgebung getestet ist, stellst du die DNS-Einträge um.

Wo die DNS-Einträge liegen

Die DNS-Einträge verwaltest du bei deinem Domain-Registrar. Das kann Ionos selbst sein (dann loggst du dich dort ein), ein separater Registrar wie Namecheap, Gandi oder ein Schweizer Anbieter. Prüf vor der Änderung, wo deine Domain wirklich registriert ist.

Welche Records du änderst

  • A-Record: zeigt auf die neue IP-Adresse bei Hostpoint.
  • MX-Records: für die Mail-Zustellung an Hostpoint-Mailserver.
  • TXT-Records: SPF, DKIM, DMARC für die Mail-Authentifizierung. Die genauen Werte findest du in der Hostpoint-Dokumentation oder im Kundenbereich.

TTL vor der Umstellung reduzieren

Ein Profi-Tipp: einige Stunden, bevor du die eigentlichen Einträge änderst, reduzierst du die TTL (Time to Live) der alten Records auf einen kleinen Wert, etwa 300 Sekunden. Das beschleunigt die Propagation später. Nach dem erfolgreichen Wechsel kannst du die TTL wieder auf den Standard-Wert setzen.

Domain-Transfer (optional)

Eine separate Frage ist, ob du deine Domain auch bei Ionos transferierst oder sie dort als Registrar belässt. Technisch musst du sie nicht transferieren, damit das Hosting zu Hostpoint wechselt. Die DNS-Umstellung reicht.

Ein Transfer zu Hostpoint als Registrar hat aber Vorteile:

  • Alles an einem Ort, ein Login für Hosting und Domain.
  • Keine getrennte Rechnung mehr.
  • Schweizer Ansprechpartner für Domain-Fragen.

Der Transfer läuft über einen Auth-Code (EPP-Code), den du bei Ionos anforderst und bei Hostpoint einträgst. Der Prozess dauert einige Tage und ist kostenlos oder mit einem kleinen Aufschlag für die Jahres-Domainzinsen verbunden.

Mein Fazit, der Wechsel zu einem Schweizer Hoster

Der Wechsel von Ionos zu Hostpoint ist technisch unkompliziert, wenn du strukturiert vorgehst. Die grösste Herausforderung sind nicht die einzelnen Schritte, sondern die richtige Reihenfolge und das gründliche Testen vor der DNS-Umstellung. Wenn du dir einen Tag Zeit nimmst, die Schritte sauber abarbeitest und nicht zu schnell DNS umstellst, läuft der Wechsel problemlos ab.

Für die meisten Nutzerinnen und Nutzer in der Schweiz bringt der Wechsel zu einem Schweizer Hoster echte Vorteile, vor allem was Support, Sprache, Zahlungsmittel und Datenhaltung angeht. Besonders für Projekte mit DSG-relevanten Daten ist Schweizer Hosting oft die einfachste und sauberste Lösung.

Wenn du dir den Wechsel nicht zutraust, kannst du entweder eine Agentur beauftragen oder bei Hostpoint direkt nach einem Umzugs-Service fragen. Der kostet meist eine überschaubare Summe und erspart dir die technische Arbeit. Und auch wenn du den Wechsel selbst machst, gilt: dokumentiere die wichtigsten Einstellungen, erstelle mehrere Backups und teste lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.

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