Webland
Der Schweizer Hosting-Veteran mit eigenem Rechenzentrum
Fakten auf einen Blick
Unser Urteil
Webland. Ein Name, der in der Schweizer Hosting-Szene seit über einem Vierteljahrhundert bekannt ist. Gegründet 1998, Sitz in Thalwil am Zürichsee, das ist Old School in einer Branche, in der Firmen schneller kommen und gehen als WordPress-Updates. Ich erinnere mich noch an die späten Neunziger, als Webhosting in der Schweiz noch Neuland war und Webland bereits Domains verkaufte. Das verdient Respekt. Aber Tradition allein reicht nicht. Die Frage ist: Kann Webland im Jahr 2026 noch mithalten? Ich habe mir das Angebot genau angeschaut, die Pakete, die Preise, die Performance. Mein Fazit ist durchwachsen, und genau deshalb solltest du weiterlesen.
Vorteile
- Eigenes Schweizer Rechenzentrum, volle Datenkontrolle
- Über 25 Jahre Erfahrung im Markt
- Kompetenter, lokaler Support
- Getrennte Web- und Mailspeicher-Kontingente
- Unbegrenzte E-Mail-Konten bei allen Paketen
- SSL inklusive
- Breite Paketauswahl von klein bis Cluster
Nachteile
- Veraltetes Interface und Benutzeroberfläche
- Website wirkt nicht mehr zeitgemäss
- Starter-Paket mit nur 37.5 GB etwas mager
- Kein Live-Chat-Support
- Preise nach dem ersten Jahr im oberen Mittelfeld
Ausführliches Review
Pakete & Preise: Viel Auswahl, viel Verwirrung
Webland hat aktuell sechs Webhosting-Pakete im Angebot. Und hier wird es, das muss ich ehrlich sagen, etwas unübersichtlich.
Gut zu wissen: Webland bietet aktuell 50% Rabatt im ersten Jahr. Das heisst, das Starter-Paket gibt es im ersten Jahr für CHF 6.95 pro Monat statt der regulären CHF 13.90. Klingt verlockend, aber Vorsicht: Ab dem zweiten Jahr zahlst du den vollen Preis. Das ist eine gängige Praxis in der Branche, trotzdem sollte man sich davon nicht blenden lassen. Rechne immer mit dem regulären Preis, wenn du Angebote vergleichst.
Ein Detail, das bei Webland auffällt: Web- und Mailspeicher sind getrennt. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber tatsächlich relevant. Bei vielen Hostern teilen sich Website und E-Mails den gleichen Speicher. Wenn dann die Mailbox überquillt, hat die Website ein Problem. Bei Webland passiert das nicht, ein Pluspunkt, der in der Praxis wirklich etwas bringt.
Performance: Das eigene Rechenzentrum macht sich bemerkbar
Hier zeigt sich einer der Vorteile von Webland. Das eigene Rechenzentrum bedeutet, dass die Firma die Hardware selbst betreut und konfiguriert. In meinen Tests war die Erreichbarkeit über die letzten Monate konstant gut. Keine grösseren Ausfälle, stabile Antwortzeiten.
Die Ladezeiten einer Standard-WordPress-Installation bewegten sich im akzeptablen Bereich. Nicht die schnellsten im Schweizer Vergleich, aber solide. Bei den Business-Paketen, insbesondere dem Cluster, dürfte es nochmal besser aussehen, aber die konnte ich mangels Budget nicht ausführlich testen.
Was mir auffiel: Die Server-Konfiguration wirkt manchmal etwas konservativ. Das hat den Vorteil der Stabilität, kann aber bei modernen Web-Applikationen, die viel RAM oder spezielle PHP-Einstellungen brauchen, zu Einschränkungen führen. Wer eine schlanke WordPress-Seite betreibt, wird davon nichts merken. Wer WooCommerce mit 5000 Produkten und diversen Plugins betreibt, vielleicht schon.
Benutzerfreundlichkeit: Hier hapert es
Und jetzt komme ich zum Punkt, der mich bei Webland am meisten stört. Sagen wir es direkt: Die Benutzeroberfläche und die Website von Webland wirken, wie soll ich es formulieren, aus der Zeit gefallen. Wer von einem modernen Hoster wie Cyon kommt, erlebt bei Webland einen kleinen Kulturschock.
Das Control Panel ist funktional, keine Frage. Man findet alles, was man braucht. Aber die Usability entspricht nicht dem, was man 2026 erwarten darf. Die Navigation ist verschachtelt, manche Funktionen sind nicht dort, wo man sie vermutet, und das Design erinnert stellenweise an die frühen 2010er-Jahre.
Für erfahrene Webmaster ist das kein grosses Problem, man findet sich zurecht. Aber Einsteiger dürften sich schwerer tun als bei Hostern, die in ihre Oberfläche investiert haben. In einer Zeit, in der User Experience alles ist, verliert Webland hier unnötig Punkte.
Support: Schweizerdeutsch und kompetent
Der Support ist einer der Bereiche, wo Webland seine Erfahrung ausspielt. Das Team sitzt in Thalwil, spricht Schweizerdeutsch und kennt die Bedürfnisse lokaler Kunden. Per Telefon und E-Mail erreichbar, mit akzeptablen Reaktionszeiten.
Ich habe den Support mehrfach mit unterschiedlichen Anfragen getestet, von einfachen DNS-Fragen bis zu komplexeren Server-Konfigurationen. Die Antworten waren durchweg kompetent und sachlich. Kein Outsourcing nach Übersee, kein Script-Reading. Echte Fachleute, die wissen, wovon sie reden.
Was fehlt: Ein moderner Live-Chat. In einer Zeit, in der man bei den meisten Hostern sofort per Chat Hilfe bekommt, fühlt sich das Fehlen eines solchen Kanals altmodisch an. Telefon und E-Mail funktionieren natürlich, aber manchmal will man einfach schnell eine kurze Frage klären, ohne gleich anzurufen.
SSL und Sicherheit
SSL-Zertifikate sind bei allen Paketen inklusive. Das ist 2026 absoluter Standard und muss nicht gross gelobt werden, es wäre ein Problem, wenn es nicht so wäre. Webland liefert hier das, was man erwartet.
Das eigene Rechenzentrum bietet naturgemäss ein gewisses Mass an physischer Sicherheit. Zutrittskontrollen, redundante Systeme, das übliche Programm. Für die meisten Anwendungsfälle ist das vollkommen ausreichend.
Ein Wort zur Tradition
Ich möchte hier etwas Persönliches loswerden. Webland ist seit 1998 am Markt. Das sind 28 Jahre in einer Branche, die sich in Lichtgeschwindigkeit verändert. In dieser Zeit hat Webland unzählige Websites gehostet, ist durch die Dotcom-Blase gekommen, hat den Aufstieg von WordPress miterlebt und die Cloud-Revolution überlebt. Das zählt.
Aber, und das ist das grosse Aber, Tradition allein kauft keine Kunden. Die Welt hat sich verändert, die Erwartungen sind gestiegen. Ein modernes Interface, schnelle Server und zeitgemässer Support sind heute keine Extras mehr, sondern die Grundlage. Webland liefert in manchen dieser Bereiche, in anderen hinkt man hinterher.
Fazit
Webland ist wie ein altes, gut geführtes Gasthaus. Das Essen schmeckt, der Wirt kennt seine Gäste, und die Portionen sind ehrlich. Aber die Einrichtung könnte mal aufgefrischt werden, und die Speisekarte hat seit Jahren keine neuen Gerichte bekommen. Technisch macht Webland vieles richtig. Eigenes Rechenzentrum, stabile Performance, kompetenter Support, vernünftige Preise. Die getrennten Speicherkontingente und unbegrenzten E-Mail-Konten sind echte Pluspunkte, die man bei der Konkurrenz nicht immer findet. Wo es hapert, ist die Modernität. Interface, Website, fehlender Live-Chat, hier spürt man das Alter. Das ist nicht tragisch, aber in einem Markt, in dem Anbieter wie Cyon massiv in User Experience investieren, fällt es auf.
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