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Gandi Review

Französischer Domain-Registrar mit «No Bullshit»-Philosophie: und steigenden Preisen

Zuletzt aktualisiert: März 2026
Gandi Review
Unabhängig getestet nach transparenter Methodik
Echte Messwerte statt Marketing: Uptime, Ladezeit aus der Schweiz, Support-Reaktion und Funktionsumfang. Testkriterien ansehen →

Gandi

Franz\u00f6sischer Domain-Registrar mit \u00abNo Bullshit\u00bb-Philosophie \u2013 und steigenden Preisen

4.5
3535 Bewertungen aggregiert

Fakten auf einen Blick

Gr\u00fcndung 2000, Paris (Frankreich)
Standort Paris, Frankreich (Rechenzentren in FR, LU)
Spezialit\u00e4t Domain-Registrierung, API, \u00fcber 750 TLDs
Support E-Mail, Ticket-System (kein Telefon)
.ch Domain CHF 12.54/Jahr
.com Domain CHF 15.48/Jahr

Unser Urteil

Gandi war einmal der Lieblings-Registrar der Tech-Community \u2013 transparent, fair und mit kostenloser E-Mail-Adresse pro Domain. Doch nach massiven Preiserh\u00f6hungen 2023 und dem Streichen der Gratis-E-Mail hat Gandi viel Vertrauen verspielt. Die technische Qualit\u00e4t ist weiterhin gut, aber das Preis-Leistungs-Verh\u00e4ltnis stimmt nicht mehr so wie fr\u00fcher.

Vorteile

  • \u00dcber 750 verf\u00fcgbare TLDs \u2013 eine der gr\u00f6ssten Auswahlen weltweit
  • WHOIS-Privacy standardm\u00e4ssig inklusive bei allen Domains
  • Ausgezeichnete API f\u00fcr Entwickler und Automatisierung
  • Transparente Preisgestaltung ohne versteckte Geb\u00fchren
  • Solide DNS-Verwaltung mit LiveDNS-Plattform

Nachteile

  • Massive Preiserh\u00f6hungen seit 2023 \u2013 teils \u00fcber 50%
  • Kostenlose E-Mail pro Domain wurde komplett gestrichen
  • Support-Qualit\u00e4t hat laut vielen Nutzern deutlich abgenommen
  • Trustpilot-Bewertung auf ~3.0/5 abgerutscht
  • Keine Schweizer Rechenzentren, nicht DSG-konform

Ausf\u00fchrliches Review

Die Geschichte eines Vertrauensverlustes

Gandi wurde im Jahr 2000 in Paris gegr\u00fcndet und machte sich schnell einen Namen als der \u00abethische\u00bb Domain-Registrar. Das Motto \u00abNo Bullshit\u00bb war Programm: keine versteckten Kosten, keine aggressive Werbung, keine dubiosen Upselling-Praktiken. Entwickler und Sysadmins weltweit schworen auf Gandi, und das aus gutem Grund. Jede Domain kam mit einer kostenlosen E-Mail-Adresse, WHOIS-Privacy war inklusive, und die Preise waren fair.

Dann kam 2023. Gandi erh\u00f6hte die Preise teils drastisch, strich die kostenlose E-Mail-Adresse pro Domain und ver\u00e4rgerte damit einen Grossteil der treuen Kundschaft. Auf Reddit fasste ein Nutzer die Stimmung perfekt zusammen: \u00abGandi was great until they raised prices and removed free email.\u00bb Die Reaktionen waren heftig, und viele langj\u00e4hrige Kunden wanderten zu Alternativen wie Cloudflare Registrar oder Porkbun ab.

Domain-Angebot und Preise

Was Gandi nach wie vor auszeichnet, ist die riesige Auswahl an verf\u00fcgbaren Top-Level-Domains. Mit \u00fcber 750 TLDs geh\u00f6rt Gandi zu den vielseitigsten Registraren weltweit. Egal ob .ch, .com, .io, .dev oder exotische Endungen wie .pizza oder .ninja \u2013 bei Gandi findet man praktisch alles.

Die Preise sind allerdings nicht mehr konkurrenzf\u00e4hig. Eine .ch-Domain kostet CHF 12.54 pro Jahr, eine .com-Domain CHF 15.48. Zum Vergleich: Cloudflare bietet .com-Domains zum Selbstkostenpreis von unter CHF 10 an, und Schweizer Anbieter wie Switchplus unterbieten Gandi bei .ch-Domains deutlich. F\u00fcr Schweizer Nutzer, die prim\u00e4r .ch-Domains brauchen, ist Gandi daher preislich keine gute Wahl mehr.

Technische St\u00e4rken: API und DNS

Wo Gandi weiterhin gl\u00e4nzt, ist im technischen Bereich. Die Gandi-API ist hervorragend dokumentiert und erm\u00f6glicht die vollst\u00e4ndige Automatisierung von Domain-Registrierung, DNS-Verwaltung und Zertifikats-Management. F\u00fcr DevOps-Teams und Entwickler, die hunderte von Domains programmatisch verwalten, bleibt Gandi eine der besten Optionen.

Die LiveDNS-Plattform bietet Anycast-DNS mit schnellen Aufl\u00f6sungszeiten, DNSSEC-Support und eine \u00fcbersichtliche Web-Oberfl\u00e4che. Technisch gibt es an Gandi wenig auszusetzen \u2013 das Problem liegt ausschliesslich auf der preislichen und serviceorientierten Seite.

Das E-Mail-Debakel

Die Streichung der kostenlosen E-Mail-Adresse pro Domain war der gr\u00f6sste Fehler, den Gandi in den letzten Jahren gemacht hat. Viele Nutzer hatten ihre gesamte E-Mail-Infrastruktur \u00fcber Gandi laufen \u2013 nicht weil der Service besonders gut war, sondern weil er kostenlos und unkompliziert mit der Domain mitgeliefert wurde. Von einem Tag auf den anderen mussten diese Nutzer entweder f\u00fcr ein E-Mail-Paket zahlen oder ihre Adressen migrieren.

Besonders bitter: Die Kommunikation seitens Gandi war schlecht. Viele Kunden erfuhren erst von der \u00c4nderung, als ihre E-Mail pl\u00f6tzlich nicht mehr funktionierte. Das ist das genaue Gegenteil von \u00abNo Bullshit\u00bb und hat dem Unternehmen massiv geschadet.

Support: Fr\u00fcher gut, heute mangelhaft

Der Support war einmal eine St\u00e4rke von Gandi. Kompetente Techniker, die wussten, wovon sie sprachen, und die auch komplexe DNS-Probleme schnell l\u00f6sten. Doch mit dem Wachstum und den Sparma\u00dfnahmen hat die Support-Qualit\u00e4t deutlich nachgelassen. Auf Trustpilot h\u00e4ufen sich Beschwerden \u00fcber lange Antwortzeiten, generische Antworten und das Fehlen eines telefonischen Supports.

Die aktuelle Trustpilot-Bewertung von etwa 3.0 von 5 Sternen spricht B\u00e4nde. Noch vor wenigen Jahren lag Gandi bei \u00fcber 4 Sternen. Der Absturz ist real und verdient.

Datenschutz und Schweizer Perspektive

F\u00fcr Schweizer Nutzer ist ein weiterer Punkt relevant: Gandi hat keine Rechenzentren in der Schweiz. Die Daten werden in Frankreich und Luxemburg gespeichert. Zwar unterliegt Gandi der DSGVO, die in vielen Punkten dem Schweizer DSG \u00e4hnelt, aber eine vollst\u00e4ndige DSG-Konformit\u00e4t ist nicht garantiert. F\u00fcr Unternehmen, die strenge Datenschutzanforderungen haben, ist ein Schweizer Registrar wie Switchplus oder Infomaniak die bessere Wahl.

Positiv hervorzuheben ist, dass Gandi WHOIS-Privacy bei allen Domains standardm\u00e4ssig aktiviert. Das ist nicht selbstverst\u00e4ndlich und sch\u00fctzt die pers\u00f6nlichen Daten des Domain-Inhabers vor \u00f6ffentlicher Einsicht.

F\u00fcr wen eignet sich Gandi noch?

Trotz aller Kritik hat Gandi noch seine Daseinsberechtigung. Entwickler, die eine grosse Anzahl verschiedener TLDs \u00fcber eine API verwalten m\u00f6chten, finden bei Gandi nach wie vor eines der besten Angebote. Auch wer exotische Domain-Endungen braucht, kommt an Gandi oft nicht vorbei. F\u00fcr den durchschnittlichen Schweizer Nutzer, der ein paar .ch-Domains braucht, gibt es allerdings bessere und g\u00fcnstigere Alternativen.

Kundenbewertungen

Trustpilot ~3.0/5
Reddit gemischt

"Extrem kundenfreundliches UNternehmen. Ihc habe diverse betrügerische Webseiten gemeldet udn gandi.net hat innert Stunden diese gelöscht. BRavo! Andere Hoster udn Registrar melden sich gar nicht...oder benötigen 4 - 8…"

- Markus Bieri auf Trustpilot (23.11.2023)

"Wir haben eine Domain aus dem TRANSIT-Verfahren von der Denic übertragen und einen Fehler bei den Angaben gemacht. Der Support wurde direkt mit einem Menschen hergestellt und innerhalb kürzester Zeit konnte unser…"

- Robert Scheinpflug auf Trustpilot (26.06.2025)

"Gandi.net ist grundsätzlich ein zuverlässiger Anbieter, technisch stabil und ohne grössere Ausfälle. Dafür vergebe ich auch bewusst zwei Sterne.Was jedoch überhaupt nicht akzeptabel ist, sind die extrem hohen…"

- Daniel Stein auf Trustpilot (18.01.2026)

Fazit

Gandi lebt heute mehr von seinem fr\u00fcheren Ruf als von aktuellen Leistungen. Die technische Basis ist weiterhin solide, aber die Preiserh\u00f6hungen, die gestrichene Gratis-E-Mail und der verschlechterte Support haben dem einst geliebten Registrar schwer zugesetzt. F\u00fcr Schweizer Nutzer gibt es mit Switchplus, Infomaniak oder Cloudflare bessere Alternativen \u2013 je nachdem, ob man auf Preis, Schweizer Datenschutz oder technische Features setzt.

Empfehlung: Nur noch f\u00fcr Entwickler mit vielen verschiedenen TLDs und API-Bedarf empfehlenswert. F\u00fcr .ch-Domains besser einen Schweizer Registrar w\u00e4hlen.
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